Bessere Sehkraft

Blaubeerzucht in Nordschweden

Schwedische Heidelbeeren sind derzeit eine begehrte Ware. Doch das herkömmliche Pflücken vom Strauch bringt nicht genügend Ausbeute. Nun werden neue Anbaumethoden erprobt.

Blåbärssylt, Heidelbeermarmelade, ist gerade jetzt im Sommer angesagt. Und nicht nur die Lebensmittelindustrie ruft nach Nachschub. Auch die Pharmaindustrie braucht Heidelbeeren - beispielsweise, man höre und staune, zur Herstellung von Augen-Medizin.

Meist Osteuropäer

Auf den ersten Blick sieht es nicht nach einem Versorgungs-Engpass aus: Wer jetzt hier zu Lande durch die Wälder streift, kann sich vom reichen Angebot überzeugen. Jedes Jahr reift in Schwedens Wäldern die stattliche Menge von rund 500.000 Tonnen Beeren! Gepflückt werden davon aber nur fünf bis zehn Prozent, wobei vor allem Osteuropäer mit dem Eimerchen anrücken. Denn ähnlich wie das Spargelstechen in Deutschland gehört das professionelle Blaubeerpflücken nicht eben zu den bevorzugten Tätigkeiten der Einheimischen. Die Alternative nun: die Feld-Beere.

Die Landwirtschafts-Universität im nordschwedischen Umeå hat ein entsprechendes Projekt gestartet. Mitinitiator No Nilsson betont die Vorteile: „Wir wollen schauen, ob es möglich ist, auf einer konzentrierten Fläche eine kalkulierbare Menge anzubauen. Für die Lebensmittelindustrie wäre das sehr hilfreich. Bisher kann man ja nur ungefähr berechnen, wie viele Beeren man zur Verfügung hat."

Verbessert die Sehkraft

Auf einer großen Ackerfläche in der Nähe von Haparanda an der finnischen Grenze werden nun die zarten Blaubeerpflänzchen mit Dünger, genügend Wasser und viel Hingabe gehegt und gepflegt. Wenn sie den Feld-Test bestehen, sollen nächste Schritte erwogen werden.

„Wir wollen versuchen, vom Hand- auf maschinelles Pflücken umzusteigen", so Bo Nilsson zum Thema Rationalisierung. Auf jeden Fall kann sich das Heidelbeer-Projekt der Aufmerksamkeit im In- und Ausland sicher sein: Blaubeeren aus Schweden sind unter anderem in Italien, der Schweiz, Japan und China begehrt.

Aus den Beeren gewinnt man einen Stoff, der die Sehkraft verbessert und unter anderem von Piloten benutzt wird. Nicht umsonst ist in das Projekt daher das schwedische Norrfrys Polarica eingebunden, Europas größter Veredlungs-Betrieb für Waldbeeren.

Anne Rentzsch

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