Bärenbestand

Der schwedische Bärenbestand ist vermutlich doppelt so groß wie bisher angenommen. Das hat die DNA-Analyse von Bärenlosung gezeigt. Deshalb hat das schwedische Amt für Umweltschutz in diesem Jahr mehr Bären zum Abschuss freigegeben als sonst - und jetzt ist Saison.

In den Wäldern von Dalarna wachsen in diesem Herbst besonders viele Beeren. Aber Menschen, die sie pflücken sind rar. Das kann daran liegen, dass gerade in dieser Region der größte schwedische Bestand von Braunbären lebt. Denn auch die Bären fressen gerne Beeren, besonders Blau- und Preiselbeeren.

Der Bär ist los

„Ich sag Leuten, die mich fragen, ob man es überhaupt wagen darf, in den Wald zu gehen und Beeren zu pflücken, dass sie laut sein sollen. Wenn man die Autotür zuknallt, sich unterhält und sich mit dem Wind bewegt, sieht man bestimmt keine Bären“, beruhigt Roland Axelsson, von der Polizei in Dalarna. Allerdings gibt es auch Ausnahmen, muss er zugeben, und dann rufen die Leute eben die örtliche Polizei an.

Die erteilt daraufhin bestimmten Jägern den Auftrag einzugreifen, zum Beispiel Sonny Nordström. Er und seine Kollegen haben in den letzten zwei Jahren über hundert Mal zudringliche Bären von Anwesen oder aud Dörfern verscheucht. Eine große Gefahr für Menschen stellen Bären aber kaum dar. Es ist über hundert Jahre her, dass ein Mensch in Schweden von einem Braunbären getötet worden ist.

Auf Jagd

Aber jetzt ist also gerade Jagdsaison und Sonny Nordström braucht sich nicht mit dem verscheuchen eines Meister Petz zu begnügen. 101 Bären dürfen die schwedischen Jäger in diesem Jahr insgesamt erlegen. Bei der Jagd arbeiten oft mehrere Gruppen zusammen und verständigen sich dabei über Radio.

Anette Eklund gehört zu den erfahrenen Jägern: „Ja, im ersten Jahr, war es ein bisschen unangenehm auf Bärenjagd zu gehen“, erinnert sie sich. Aber je mehr man über Bären weiß und dazulernt, desto weniger Angst hat man auch.“ Falls Anette bei der Jagd ein Bär vor die Flinte laufen sollte, will sie aber ganz sicher sein, dass sie auch wirklich trifft wenn sie schießt. „Einen Bären will man wirklich nicht anschießen. Und man hat nur die Möglichkeit einen einzigen Schuss abzugeben. Wenn der falsch sitzt, dann hat man den Bären am Hals.“

Die Gruppe hat Glück, sie erspäht einen Bären. Aber der Wind steht falsch Meister Petz entdeckt die Jäger und sucht rechtzeitig das Weite. Die Jagdgruppe verliert seine Spur.

Genetische Erkenntnisse

Das staatliche Amt für Umweltschutz hat festgestellt, dass der Bärenbestand gewachsen ist: Auf 1 600 bis 2 800 Tiere. Und die Methoden zur Berechnung sind auch avancierter als früher: Die Wildpfleger führen genetische Analysen durch. Ihr Ergebnis deutet auf rund zwei genetisch völlig verschiedene Populationen hin. Eine im südlicheren und eine im nördlichen Teil Schwedens. Sie breiten sich langsam aus ihren angestammten Kerngebieten aus und sollen – so will es das Parlament, zusammen wachsen. Dann nämlich wird der schwedische Braunbärenstamm noch widerstandsfähiger und die Gefahr von Inzucht ist minimal.

Sybille Neveling

Grunden i vår journalistik är trovärdighet och opartiskhet. Sveriges Radio är oberoende i förhållande till politiska, religiösa, ekonomiska, offentliga och privata särintressen.
Du hittar dina sparade ljud i menyn under Min lista