Aktion „Lebenswichtig" wirbt für Organspenden

Im pragmatischen Schweden stehen die meisten Menschen dem Thema Organspende aufgeschlossen gegenüber. Aber zwischen Wille und Handlung klafft oft noch eine recht große Kluft - das soll sich jetzt ändern.

Ob Radio, Fernsehen oder Internet - der Kampagne „Lebenswichtig" entgeht zur Zeit kaum ein Schwede. Das Projekt, vor zwei Jahren initiiert vom Verband der schwedischen Landtage, hat ein klares Ziel - die Zahl der Organspender zu erhöhen. Der Text der Werbung jeweils klar und bündig: „Wenn Du nach Deinem Tod Deine Organe zur Spende freigeben willst, mach Nägel mit Köpfen - sprich mit Deinen Angehörigen und melde Dich an beim Organspender-Register“.

Pragmatische Schweden

Eine Botschaft, die auf offene Ohren trifft, sagt Projektleiter Bo Alm: „Die meisten Schweden - an die 70 Prozent der Befragten - sehen das Thema Organspende außerordentlich positiv. Wir sind ja ein recht rational denkendes Volk, wir sind aufgeschlossen gegenüber der Wissenschaft und religiöse Fragen spielen eine vergleichsweise untergeordnete Rolle. Die meisten Leute hier zu Lande betrachten die Angelegenheit ganz praktisch, nach dem Motto: ‚Wenn ich selbst schwer krank werde und ein Organ brauche, wäre es gut, wenn ich es bekomme. Und im Gegenzug bin ich bereit, meinerseits meine Organe zu spenden’.“

Gleichwohl haben sich bisher erst 15 Prozent der Schweden ins Register der Organspender eintragen lassen. Zwar steht sich das Land im europäischen Vergleich damit alles andere als schlecht. Aber längst nicht gut genug, meint Bo Alm. „Der Tod ist ja ein Thema, das für die meisten für uns Gott sei Dank ziemlich weit weg ist. Und natürlich neigt man dazu, das weit von sich zu schieben. Man will sich nicht mit der eigenen Endlichkeit befassen und mit allem was damit zusammenhängt. Das ist völlig verständlich. Aber nichts desto trotz: Wir wollen die Leute anschieben, wir wollen ihnen mit unseren Kampagnen Denkanstöße geben. Das ist für uns der springende Punkt.“

Erste Erfolge

Und die Werbe-Kampagne trägt Früchte: seit dem 1. Oktober vergangenen Jahres haben sich 115.00 Schweden als Organspender angemeldet. In den Jahren zuvor lag die Zahl der jährlichen Anmeldungen bei vergleichsweise bescheidenen 6.000 bis 7.000 pro Jahr. Bis zum Jahresende hat sich das Projekt Lebenswichtig ein ehrgeiziges Ziel gesetzt - die Zahl der Neuanmeldungen soll auf eine halbe Million steigen.

Anne Rentzsch

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