Kölappar på vårdcentral. Foto: Gunnar Lundmark/Scanpix.
Die Wartezeiten in den öffentlich finanzierten Ärztehäusern sind in Schweden oft lang (Foto: Gunnar Lundmark/Scanpix)

Private Krankenversicherungen immer beliebter

Jeder zehnte Schwede hat mittlerweile eine private Krankenversicherung. Das sind sechsmal so viele wie noch im Jahr 2000.

Nach Angaben von Svensk Försäkring, der Branchenorganisation privater Versicherungsunternehmen, ist die Tendenz weiter steigend.

Drei Viertel aller Privatversicherten erhalten die Leistung gratis durch den Arbeitgeber, aber auch immer mehr Gewerkschaften machen ihren Mitgliedern entsprechende Angebote. Eine von ihnen ist die Lehrergewerkschaft Lärarförbundet. In einem Interview mit Radio Schweden wies deren Generalsekretär Sören Holm den Vorwurf zurück, eine private Versicherung würde die Unterschiede in der Gesellschaft verstärken. „Wir tun genau das Gegenteil“, sagte Holm. „Früher konnten sich nur die Wohlhabenden eine private Versicherung leisten, jetzt sind es mehr Personen, die das tun können.“

Eine private Krankenversicherung bietet in Schweden vor allem zwei Vorteile: Zum einen kann man ohne Überweisung vom Hausarzt direkt einen Facharzt aufsuchen. Zum anderen hat man häufig das Anrecht auf eine „second opinion“, also das Recht darauf, bei ein und demselben Krankheitsfall die Meinung eines zweiten Arztes einzuholen.

Die Behandlung erfolgt dann nicht im öffentlich finanzierten Gesundheitssektor, sondern in privaten Einrichtungen.

Seit dem Jahr 2000 hat sich die Zahl der Privatversicherten in Schweden versechsfacht und liegt jetzt bei etwas mehr als 600.000 Personen.

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