Umstrittene Suche nach Uran

Der Rohstoff ist eine effektive Energiequelle aber gleichzeitig auch problematisch. 10 Gramm davon haben soviel Energie wie 900 Liter Erdöl. Die Rede ist vom Kernbrennstoff Uran. Der soll jetzt wieder in Schweden abgebaut werden, obwohl das Land bereits 1980 entschieden hat, aus der Kernkraft auszusteigen. Eine Entscheidung, die bei den Umweltorganisationen nur auf wenig Verständnis stößt.

Das kanadische Unternehmen Continental Preciuos hat von der zuständigen Behörde die Genehmigung bekommen, Voruntersuchungen für einen möglichen Uranabbau durchzuführen. Betroffen sind die Gegenden Liljuthatten und Nöjdfjället im nordschwedischen Jämtland sowie Björkråmyran und Abborviken in Lappland noch weiter im Norden. Erlaubt sind zunächst lediglich Messungen des Magnetfeldes. Für Probebohrungen müssen neue Genehmigungen eingeholt werden.

Die Entscheidung der schwedischen Behörde hat dennoch wie eine Bombe eingeschlagen. Das letzte Mal wurde in Schweden im Jahr 1986 in Åsele nach Uran gesucht. Doch der Preis für Uran hat sich in den letzten vier Jahren verdreifacht. Das macht einen Abbau auch in Schweden wieder interessant, wie der Geschäftsführer von Continental Precious, Ed Godin, bestätigt.

Befristete Genehmigung

Mit ein wenig Glück könne man auch in Schweden wieder fündig werden meint Godin. Die Genehmigung ist auf drei Jahre befristet. Falls das Unternehmen fündig wird, muss die Regierung über einen eventuellen Abbau entscheiden.

Die geplante Suche nach dem Uran hat jedoch die Umweltschützer auf den Plan gerufen. Ann-Kristin Holmberg ist Vorsitzende des Naturschutzbundes in der Region Jämtland und kann sich noch an die letzten Probebohrungen von vor 20 Jahren erinnern: „Das war eine der besten Stellen für Beeren, bevor die Bohrungen begonnen haben. Als ich danach hinkam, war das ganz Gebiet verwüstet. Die Probebohrungen erfordern nämlich, dass man Strassen baut und Leitungen legt. Das sind enorme Eingriffe.“

Der Zentralverband des Naturschutzbundes hat deshalb Widerspruch angekündigt, falls tatsächlich Probebohrungen beantragt werden.

Heikles Thema

Das Thema ist heikel in Schweden, den offiziell betreibt das Land seit der Volksabstimmung 1980 den schrittweisen Ausstieg aus der Atomkraft. Dieser Ausstieg geht jedoch nur sehr langsam von statten und Ende dieses Jahres wird es noch immer 10 schwedische Reaktoren geben, die auf die Lieferung von angereichertem Uran angewiesen sind.

Mittlerweile haben auch viele Politiker und Interessenorganisationen angemahnt, den Ausstieg noch einmal zu überdenken. Meinungsumfragen bestätigen diesen Trend. Denn der Ausbau alternativer Energien ist nicht richtig in Schwung. Gleichzeitig steigen die Energiepreise sowie der Strombedarf und eine stärkere Umweltbelastung durch einen erhöhten Kohlendioxidausstoß bei Kohlekraftwerken kann und will Schweden sich nicht leisten.

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