Malin Jonason, sitter vid köksbordet och försöker hitta rätt i skolans alla digitala rum. Foto: Carina Holmberg/Sveriges Radio.
Mutter Malin Jonason ist vom Geklicke frustriert (Foto: Carina Holmberg/Sveriges Radio)

Digitale Schule nichts für Eltern

"Eltern müssen nicht alles verstehen"
3:28 min

Viele Eltern sind mit dem digitalen Klassenzimmer ihrer Kinder offenbar überfordert. Während sich die Schüler problemlos durch die Aufgaben klicken, fehlt es an Richtlinien, wie die Eltern in die schulische IT-Welt integriert werden können.

Malin Jonason verzweifelt manchmal, wenn sie ihrem Sohn bei den Hausaufgaben helfen soll. Ein Schulbuch hat sie schon lange nicht mehr zu Gesicht bekommen, ohne den Computer geht im Unterricht und auch bei den Schularbeiten gar nichts mehr. Zum Beispiel in Mathematik: Aufgaben gibt es genug, erzählt Malin Jonason im Schwedischen Rundfunk, aber Hintergründe und Erläuterungen sucht sie vergebens.

„Ich finde das sowas von frustrierend. Man klickt sich durch alle Seiten und fragt sich: Verstehe nur ich das hier nicht? Wenn ich helfen soll, muss ich mir erstmal 20 Minuten lang irgendwelche Lehrfilme im Computer anschauen und dann bin ich hoffentlich schlauer. Meiner Ansicht nach ist das ein Rückschritt, denn es ist ja jetzt viel komplizierter geworden."

Mehr Spaß?

In Kungälv nahe Göteborg, wo Malin Jonason mit der fortschreitenden Technologisierung des Unterrichts ihres Sohnes kämpft, werden gerade neue Lehrmittel getestet - online, versteht sich. Ziel ist, dass die Matheaufgaben mehr Spaß machen und die Schüler eine direkte Rückmeldung bekommen, ob sie die Aufgabe richtig och falsch gemacht haben.

Wie sich die Digitalisierung auf die Teilnahme der Eltern an den Schularbeiten und auf die Kommunikation zwischen Schule und Zuhause auswirkt, ist aber noch gänzlich unerforscht. Dementsprechend gibt es auch keine Richtlinien. Ein Fehler, meint Catarina Player-Koro, die an der mittelschwedischen Hochschule Borås zum Thema angewandte Informationstechnologie forscht.

„Diese Problematik müssen Schulen schon ernst nehmen. Für Eltern kann es schwierig sein, Forderungen zu stellen, weil man damit seine eigenen Wissenslücken preisgibt."

Digitalisierung hilft auch den Eltern

Die ganze Aufregung über die Folgen des digitalen Klassenzimmers kann Cecilia Härsing nicht verstehen. Sie unterrichtet an einer Schule im mittelschwedischen Eskilstuna Deutsch und gilt als eine Pionierin für digitalisierten Unterricht in Schweden. Anders als mit Ipads, Beamer und Apps zu arbeiten, käme ihr gar nicht mehr in den Sinn. Ihre Schüler wissen genau, wo sie welche Aufgaben finden können und wie die Hausaufgaben zu bearbeiten sind. Da gilt dieselbe Struktur wie im herkömmlichen Unterricht auch, betont Härsing gegenüber Radio Schweden.

„Die Schule muss deutliche Vorgaben machen. 20 Minuten lang einen Film zu sehen, kommt mir seltsam vor, weil ich überhaupt nicht so arbeite. Die Vorteile mit der digitalen Arbeit liegen dagegen auf der Hand: In meiner App zum Beispiel können sich die Schüler die Vokabeln auf Deutsch und Schwedisch anhören. Das geht bei einem Lehrbuch nicht. Für Eltern, die kein Deutsch können oder es verlernt haben, ist das eine große Hilfe."

Dass Eltern Probleme haben, dem Unterricht und den Schulaufgaben ihrer Kinder zu folgen, kommt Cecilia Härsing kaum unter. Und selbst wenn, so lassen sich diese Probleme leicht lösen.

„Natürlich brauchen Schüler mitunter die Hilfe ihrer Eltern - doch die müssen nicht verstehen, wo man die Information über die Hausaufgaben findet oder wo man Vokabeln üben kann, denn das besprechen wir im Unterricht. Wenn Eltern trotzdem Fragen haben, mailen sie mir ganz einfach."

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