Wie soll es weitergehen mit der schwedischen Schule? (Foto: Jacob Hansson/Sveriges Radio)
Wie soll es weitergehen mit der schwedischen Schule? (Foto: Jacob Hansson/Sveriges Radio)
Nach dem Pisa-Schock

OECD-Ratschläge für eine Schulreform

"Wird sich noch zeigen, wer verantwortlich ist"
2:29 min

Höhere Lehrer-Kompetenz, mehr Disziplin in den Klassenzimmern, weniger Administration – so lauten einige zentrale Empfehlungen der OECD an das schwedische Bildungswesen.

Nach dem schlechten Abschneiden Schwedens in der internationalen Bildungsstudie Pisa im vergangenen Jahr hatte die bürgerliche Vorgängerregierung die OECD um Hilfe bei der Problemsuche gebeten. Am Dienstag haben die Leiter der OECD-Kommission, Beatriz Pont und Graham Donaldson, einen Zwischenbericht abgegeben. Von allen Ländern sei Schweden in den Pisa-Studien der letzten zehn Jahre am stärksten abgestiegen. Dies hätte so nie geschehen dürfen, so Pont.

Laut dem Bericht klagen viele Schüler darüber, dass die Lehrer den Unterrichtsstoff nicht gut vermitteln. Gleichzeitig werde ein Mangel an Disziplin deutlich; viele Schüler kämen zu spät oder würden erst gar nicht zum Unterricht erscheinen. Als weiteres Problem wird der Umfang an Verwaltungsarbeit hervorgehoben. Die Lehrer hätten nicht genug Zeit, den Unterricht angemessen vorzubereiten.

Pont betonte, dass Qualität und Gleichheit in allen Schulen und Gemeinden Hand in Hand gehen müssten. Dies müsse systematisch durchgesetzt werden.  

Graham Donaldson sagte der Nachrichtenagentur TT, dass „ganz gut“ als Zielsetzung im Unterricht häufig ausreiche. Es sei aber von Bedeutung, höhere Erwartungen an die Schüler zu stellen. Er habe zahlreiche Schüler mit großem Potenzial getroffen, deren Leistungen viel besser sein könnten. Er stelle sich die Frage, ob man nicht bei den schwedischen Schülern das Vertrauen in die eigene Leistungsfähigkeit besser fördern solle.  

Der Abschlussbericht der OECD wird bis April 2015 erwartet. „In unseren Gesprächen
an den Schulen haben wir sehr viele unterschiedliche Antworten erhalten, von
Schülern, Eltern, Lehrern, Rektoren oder den Gemeinden. Wer die Verantwortung
für eine Verbesserung der schulischen Leistungen trägt, wird sich noch zeigen
müssen“, so Pont.

Parallel zur Präsentation der OECD kündigte Bildungsminister Gustav Fridolin die Einsetzung einer neuen Schulkommission an. In dieser sollten die Ratschläge der OECD aufgenommen und Vorschläge für eine Schulreform erarbeitet werden.  

Grunden i vår journalistik är trovärdighet och opartiskhet. Sveriges Radio är oberoende i förhållande till politiska, religiösa, ekonomiska, offentliga och privata särintressen.
Du hittar dina sparade avsnitt i menyn under "Min lista".