Schwedische Behörden ermitteln derzeit gegen einen großangelegten Mehrwertsteuerbetrug, der allein im Jahr 2011 laut Informationen der Zeitung Dagens Nyheter europaweit über 190 Milliarden Euro umfasst.
Allein im Jahr 2011 wurden 193 Milliarden Euro an Mehrwertssteuer unterschlagen (Foto: Claudio Brescian/TT)
Wirtschaftskriminalität

Mehrwertsteuer-Betrug über 190 Milliarden Euro

Schwedische Behörden ermitteln derzeit gegen einen großangelegten Mehrwertsteuerbetrug, der allein im Jahr 2011 laut Informationen der Zeitung Dagens Nyheter europaweit über 190 Milliarden Euro umfasst.

Die Steuerbehörde und das Zentralamt zur Bekämpfung von Wirtschaftskriminalität versuchen dabei ein Betrugssystem zu erfassen, in dem die Mehrwertsteuer auf Elektronikprodukte wie Smartphones und Tablets ausgehebelt wird. In dem System werden kleinere Firmen in Schweden gegründet, die Elektroprodukte einkaufen und diese umgehend an größere Ketten weiterverkaufen. Die Großketten gehen in der Annahme, dass die Firmen die Mehrwertsteuer bezahlt haben – diese wiederum wurden aber bereits wieder aufgelöst, bevor die Steuer beglichen wurde.

Wie die Staatsanwältin Anna Broman Olsdotter der Zeitung sagte, sei die geringe Kontrolle in Schweden problematisch. Ein Unternehmen könne einfach über das Internet gegründet und für die Mehrwertsteuer angemeldet werden. In Deutschland hingegen würden Firmengründer und Unternehmensidee bei einem persönlichen Meeting mit einer Kontrollbehörde überprüft.   

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