In Schweden gibt es keine zeitliche Begrenzung dafür, wie lange ein Angeklagter in U-Haft sitzen kann (Foto: Gunnar Lundmark / SvD / TT)
In Schweden gibt es keine zeitliche Begrenzung dafür, wie lange ein Angeklagter in U-Haft sitzen kann (Foto: Gunnar Lundmark / SvD / TT)

U-Haft-Bedingungen in der Kritik

Trotz umfassender Kritik seitens der Uno und des Europarates kommen nach wie vor in vielen Fällen isolationsähnliche Haftbedingungen in Schweden vor.

Eine Studie des Justizvollzugs zeigt, dass bei der Hälfte aller untersuchter Insassen in Untersuchungshaft jeglicher Kontakt nach außen strikten Einschränkungen unterlag. In manchen Fällen waren Insassen 23 Stunden am Tag in den Zellen eingeschlossen.

Das UN-Antifolterkomitee hat Schweden mehrfach in der Vergangenheit dafür kritisiert, dass keine zeitlichen Grenzen dafür gesetzt sind, wie lange eine Person in U-Haft sitzen kann. In manchen Fällen waren Angeklagte über drei Jahre in Untersuchungshaft untergebracht.

Wie das Schwedische Fernsehen am Montag berichtet, will nun eine ehemalige Haftinsassin den schwedischen Staat auf etwa 700.000 Euro verklagen. Die Frau war wegen des Verdachts auf ein Drogendelikt angeklagt und saß über ein Jahr in U-Haft, bis das Gericht sie von der Anklage freisprach.

Grunden i vår journalistik är trovärdighet och opartiskhet. Sveriges Radio är oberoende i förhållande till politiska, religiösa, ekonomiska, offentliga och privata särintressen.
Du hittar dina sparade avsnitt i menyn under "Min lista".