City-Maut im Versuch

Der umstrittene City-Maut-Versuch in Stockholm wird nun doch Wirklichkeit. Die schwedische Regierung hat heute eine siebenmonatige Testphase ab Januar 2006 beschlossen. 

Zuviel Staus, zu viele Abgase.
Die Stockholmer Luft ist stellenweise gesundheitsgefährdend. Die Hauptstadt steht kurz vor dem Verkehrsinfarkt. Dennoch wurde das umstrittene Projekt zweieinhalb Jahre intensiv diskutiert und juristisch durchleuchtet. Besonders die Stockholmer Randgemeinden hatten sich gegen den Versuch gewandt.

Doch nun hat die Regierung also grünes Licht für die City-Maut gegeben. Die Kosten trägt der Staat. Zehn bis 15 Prozent weniger Autos sollen durch die Stockholmer Innenstadt rollen. Das Straßenverkehrsamt und andere Behörden müssen unter Hochdruck arbeiten, wenn sie alle Vorbereitungen pünktlich zum Jahreswechsel abschließen wollen. Birger Höök ist Projektleiter bei der Strassenverkehrsbehörde. „Am schwersten ist, das technische System. Es müssen ja sehr viele Fahrzeuge registriert werden, und das System ist kompliziert. Da müssen noch viele Entscheidungen getroffen werden.“

Schnelle technische Lösungen
Birger Höök hofft, dass möglichst viele Autofahrer kleine Transponder in ihren Fahrzeugen installieren. Deren Signalwellen werden von einem Empfänger in der Mautstation aufgenommen, und die Daten an einen Rechner weitergeleitet und kontrolliert. Am einfachsten wäre es wenn die Gebühren dann automatisch von den Bankkonten der Autofahrer abgebucht würden.

Besonders gefordert sind natürlich auch die Stockholmer Verkehrsbetriebe.  Der öffentliche Nahverkehr wird schon ab Ende August mit 200 neuen Bussen verstärkt. Neue Fahrer werden bereits ausgebildet. 14 neue Buslinien entstehen, die U- und S-Bahnen verkehren öfter. Rund 32 000 zusätzliche Fahrgäste sollen auf den öffentlichen Nahverkehr umsteigen, hoffen die Experten.

Abends kostenlos
Die City-Maut wird an den Ein- und Ausfahrten des Innenstadtbereichs erhoben, und zwar werktags zwischen 6.30 Uhr und 18.30 Uhr. Die Autofahrer bezahlen jeweils ein bis zwei Euro. Abends und am Wochenende soll das Befahren der Innenstadtstrassen wie bisher gratis sein.

Am 31. Juli 2006 ist Testende. Dann muss schnell ausgewertet werden ob das Ziel erreicht wurde. Denn und schon zu den Parlamentswahlen im September sind die Stockholmer gleichzeitig zur Volksabstimmung über die City-Maut aufgerufen.

Sybille Neveling

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