En strand på Maldiverna. Foto: Margita Boström/Sveriges Radio.
So schön der Urlaub ist: Alle Touristen sind aufgefordert, sich auch im Urlaub nicht aus der Verantwortung zu stehlen, sondern bei Verdacht auf Kindesmissbrauch Anzeige zu erstatten (Foto: Margita Bodström/Sveriges Radio)

Kampagne gegen sexuellen Missbrauch im Ausland

"Verantwortung hört im Urlaub nicht auf"
3:02 min

Sexuellen Missbrauch von Kindern aufklären helfen, kann jeder - auch im Ausland. Darauf weist die neue Kampagne „Reise-Courage“ des Sozialministeriums hin. Mit der Aktion sollen Schweden aufgefordert werden, im Urlaub Alarm zu schlagen und schwedische Behörden einzuschalten.

„Täglich werden Kinder sexuell ausgenutzt – weltweit. Sie können helfen, die Täter vor Gericht zu bringen. Informieren Sie die lokale Polizei über Ihre Beobachtungen auf der Reise oder auf der Seite www.resekurage.se.“ 

Soweit die Botschaft des Films, der auf Flughäfen, im Schnellzug zum Stockholmer Flughafen Arlanda und natürlich auf der Webseite resekurage.se zu sehen ist. Der Film soll schwedische Reisende ermutigen, bei Verdacht auf sexuellen Missbrauch nicht wegzusehen. Nur einer von zehn Schweden weiß, wie man einen Verdachtsfall im Ausland zur Anzeige bringt. Viel zu wenige, meint Anna Hårleman De Geer, Generalsekretärin der Kinderschutzorganisation World Childhood Foundation, gegenüber Radio Schweden.

„Im Ausland denkt man vielleicht, dass die dortige Kultur eine andere Sicht auf Kinder hat. Ich denke aber, dass man nicht vergessen sollte, dass Menschen unter 18 Jahren Kinder sind, egal, wo sie leben. Entsprechend sollte man sie auch überall als Kinder behandeln.“ 

Auch straffällige Schweden leichter anzeigen 

Die Schweden sind Vielreiser: Im vergangenen Jahr buchten sie 18,6 Millionen Auslandsreisen. Unter den Reisenden zu populären Zielen in Thailand etwa finden sich aber auch Pädophile, weiß man bei Kinderhilfsorganisationen und der Polizei. Vor zwei Jahren standen rund 50 Schweden im Verdacht, nach Thailand, Kambodscha, Sri Lanka und Lettland gereist zu sein, um sich dort sexuell an Kindern zu vergreifen. Die Dunkelziffer dürfte hoch sein, schätzen die Behörden.

Umso wichtiger, bei Verdacht Alarm zu schlagen und sich an die Polizei zu wenden. Auch kann man den Weg über den Reiseleiter gehen oder aber die schwedischen Behörden informieren, indem man direkt bei der Polizei oder online über die Seite resekurage.se Anzeige erstattet – wenn man möchte, auch anonym. Die internationale Zusammenarbeit der Polizeibehörden funktioniere gut, zudem gäbe es vielfach schwedische Beamte vor Ort, betont Björn Sellström von der Obersten Polizeibehörde. 

Wer sich traue, solle einen potenziellen Täter persönlich konfrontieren, rät er: „Einfach auf den Mann zugehen und fragen: ‚In welcher Beziehung steht dieses Kind zu Ihnen?‘ Weil Täter normalerweise nicht noch mehr Aufmerksamkeit auf sich ziehen wollen, kann so eine Frage schon viel bewirken.“ 

Zu Verantwortung stehen 

Auch wenn die Kampagne nun kurz vor den Weihnachtsferien startet, in denen es viele wieder in die Ferne zieht, ist die Aktion danach noch lange nicht beendet, versichert Pernilla Baralt, die zuständige Staatssekretärin im Sozialministerium. 

„Wir werden auch vor den Sommerferien wieder eine Aktion starten. Viele Schweden reisen in Länder, in denen Kinder durch Armut und nicht funktionierende Rechtssysteme viel schlechter geschützt sind. Da ist es unsere Schuldigkeit, auch im Urlaub Verantwortung zu übernehmen.“

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