Radio Schweden - Nachrichten vom 16.7.2001

Meldungen und Seewettervorhersage der aktuellen Sendung um 18.30 Uhr

Ein 19-jähriger Deutscher wurde heute im Amtsgericht Göteborg als erster für seine Teilnahme an den Krawallen beim EU-Gipfeltreffen verurteilt. Das Strafmaß lautet sechs Monate Gefängnis. Der junge Mann hatte zugegeben, am ersten Tag des Gipfeltreffens in Göteborg Steine auf die Polizei geworfen zu haben. Dabei wurde er von Schüssen aus einer Polizeipistole verletzt. Die Verteidigung des Deutschen bemängelte, dass es in vergleichbaren Prozessen nur einige Monate Gefängnis gegeben hätte. Die Verteidigung begründete ihr Strafmaß jedoch damit, dass die Ausschreitungen in einer größeren Stadt stattgefunden hätten und das Risiko für Schäden bedeutend höher gelegen hätte.

Ein schwedischer Umwelt-Aktivist ist in den USA verhaftet worden. Der 25-Jährige soll am Sonntag in eine Militärbasis nordwestlich von Los Angeles eingedrungen sein, in der Proberaketen für ein neues Kernwaffen-Verteidigungssystems der USA getestet wurden. Das schwedische Greenpeace-Mitglied wollte die Tests zusammen mit 16 weiteren Umwelt-Aktivisten stoppen.
Auch in Schweden wurde Kritik am Verhalten der USA laut. Der verteidigungspolitische Sprecher der Sozialdemokraten, Håkan Juholt, sprach die Befürchtung aus, das Probezünden könne zu einer neuen Spirale des Wettrüstens führen.

Außenministerin Anna Lindh hat sich heute für die Sprachenvielfalt im EU-Parlament ausgesprochen. Auf einem Treffen der EU-Aussenminister in Brüssel forderte Lindh, alle EU-Parlamentarier müssten im Parlament ihre eigene Sprache sprechen können. Bisher ist unklar, wie viele Arbeitssprachen es in der EU geben wird, wenn sie in Zukunft auf 27 Länder anwächst. Bei dem Außenminister-Treffen in Brüssel ging es um die Frage, wie die EU ihren Bürgern näher kommen kann.

Schweden setzt jetzt auf den Neubau von Wohnungen. Wie das Zentralamt für Wohnungswesen heute mitteilte, können Neubauwohnungen in Gebieten mit Wohnungsnot auf Beihilfen von umgerechnet bis zu 32.000 Mark hoffen. Insgesamt 550 Millionen, verteilt auf fünf Jahre, will der Staat dafür ausgeben. Dazu ist das Land in sechs Regionen eingeteilt worden. Die Hälfte von ihnen machen die Ballungszentren Stockholm, Göteborg und Malmö aus, wo die Lage besonders angespannt ist.

Außergerichtliche Hinrichtungen sind unvereinbar mit dem demokratischen Rechtsstaat. So beantwortete Außenministerin Anna Lindh eine parlamentarische Anfrage, in der es um Israels Umgang mit Palästinenser ging, die des Terrorismus verdächtigt werden. Lindh berichtete weiter, sie habe das Thema bei einer Unterredung mit dem israelischen Premierminister Sharon angesprochen. Dieser habe jedoch nicht mit der erhofften Zusage geantwortet.

In Norwegen ist die Jagd auf Wölfe erneut zugelassen worden. In Rendalen, das auf der Höhe der mittelschwedischen Region Härjedalen liegt, wurden vier Tiere zum Abschuss freigegeben. Die Behörden machen sie für das Reißen von 20 Schafen verantwortlich, die ohne Aufsicht eines Hirten weideten. Weitere 80 Schafe werden vermisst. Im vergangenen Winter rief eine Abschußgenehmigung der Norweger in Schweden große Proteste hervor. Damals ging es um ein Rudel Wölfe im norwegisch-schwedischen Grenzgebiet.

Devisen: Die schwedische Krone hat gegenüber Euro und D-Mark seit Freitag unwesentlich an Stärke zugenommen. Nach Angaben der Europäischen Zentralbank kostete ein Euro heute 9:21 Kronen, demnach war eine D-Mark 4:70 Kronen wert.

Redaktion: Agnes Bührig, Tel.: 0046-8-784 7271; E-Mail: agnes.buhrig@p6.sr.se
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Agnes Bührig

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