Konjunkturrückgang bei Kleinunternehmen

Zuerst war es die IT-Branche, dann kamen die Telecom-Unternehmen und die Automobilindustrie, nun sind die Klein-und mittelständischen Unternehmen an der Reihe. Die Signale des Konjunkturrückgangs in Schweden sind eindeutig. Für viele Angestellte in der Zulieferindustrie kam nach dem Urlaub die kalte Dusche.

Noch im letzten Jahr konnten sich die mittelländischen Unternehmen vor Auftragseingängen kaum retten. Doch in diesem Sommer kam die Wende in den Auftragsbüchern, wie etwa bei Finnweden Powertrain im südschwedischen Moheda, dem Hersteller von Einzelteilen für Dieselmotoren. Unternehmenschef Birger Gustavsson schildert die Lage:

"Nach dem Urlaub ging alles sehr schnell, die Aufträge verschwanden. Jetzt untersuchen wir, was wir tun können. Als erstes stellen wir die Wochenendschichten ein, womöglich auch einige Nachtschichten. Wie empfehlen Urlaub, Überstunden abbummeln oder Weiterbildung wegen des Arbeitsmangels, aber noch ist die Lage nicht akut, da sich noch viele unserer Angestellten im Urlaub befinden".

Von den rund 200 Beschäftigten bei Powertrain müssen nun eine ganze Reihe mit der Kündigung rechnen. Ein Teil des Personals wird für Aufträge an andere Unternehmen ausgeliehen.
Moheda mit seinen fünf Fabriken ist kein Einzelfall. Die Maschinenbauunternehmen insgesamt verzeichnen einen Auftragsrückgang von 20%. Als Zulieferer der Exportriesen, den Automobilunternehmen Volvo und Saab, verlieren die kleinen Betriebe die Aufträge, wenn bei den großen die Märkte einbrechen, erklärt Anders Rune, Ökonom im Verband der schwedischen Maschinenbauindustrie:

"Die Großunternehmen waren zuerst in der Krise und haben sich schon angepasst. Sie verkaufen weniger, demzufolge ordern sie auch weniger bei den Zulieferern. Jetzt müssen sich die Zulieferer anpassen. Dies alles ist ein klares Zeichen des Konjunkturrückgangs. Der einzige Unterschied zu früher ist allerdings, dass es heute viel schneller geht."

Anders Rune zeichnet ein düsteres Bild für die gesamte Maschinenbauindustrie in naher Zukunft. Eine Änderung, sagte er, ist nicht in Sicht, dazu muss erst das Tief erreicht sein. Jetzt steht man erst am Anfang. Hoffnungen darauf, dass sich die amerikanische Wirtschaft schon im Herbst erholt und positiv auf Schweden auswirkt, kann man sich seiner Meinung nach nicht machen. Reine Spekulation, erklärt der Ökonom.

Gundula Adolfsson

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