Ericsson bestätigt Telekomkrise

Die Krise der Telekombranche ist besiegelt. Bei einem Treffen mit mehreren hundert Analysten und Investoren in London gestern bestätigte Ericsson sein düsteres Bild von der Zukunft. ”Kein Licht im Tunnel” prophezeite Konzernchef Kurt Hellström für das kommende Jahr und schloss weitere Einsparungen nicht aus.

Was eine Präsentation neuer Telefone werden sollte wurde zum düstersten Konjunkturbericht der Branche bisher. Nicht genug damit, dass die Telekomunternehmen vor Einbrüchen stehen, dazu gab sich Ericssonchef Kurt Hellström pessimistischer als der Markt erlaubt. Bei den Presseerklärungen der letzten Zeit könnte Nostradamus Pate gestanden haben. Aber Hellström besteht darauf, dass seine Einsicht in die Konjunkturlage nüchtern realistisch ist:
”Wir sehen die Dinge wie sie sind, erklärte er im Namen der Konzernleitung. Wir sehen keinerlei Veränderung seit Mai, auch für die nächste Zeit nicht. Hinzu kommt, dass jetzt auch Lateinamerika in die Krise steuert. Das ist zwar kein großer Markt für uns, aber im Moment sieht es düster aus.”
Die Finsternis ließ sich an den Börsenbildschirmen der Welt ablesen. Bei Toresschluss war die Ericssonaktie in Stockholm um 11 % gefallen. Nun schließt Ericsson - nach einem umfassenden Krisenpaket im vergangenen Jahr - weitere Einsparungen nicht aus.
Dass die Lage unsicherer denn je ist, darin stimmen die meisten Analysten dem Ericssonchef zu, und zwischen den Zeilen ist auch Kritik abzulesen. Die Branche habe die Kontrolle über den Markt völlig verloren, man lege passiv die Hände in den Schoss und warte auf die große Wende. Die erhoffen die Telekomunternehmen von der Einführung der dritten Generation mobiler Telefone. Das mit rund 20% berechnete Wachstum durch die 3G-Handies wird laut Schätzungen der Analysten jedoch erst nach 2003 zu Buche schlagen. Bis dahin bleiben Ericsson zwei Erfolgschancen: der chinesische Markt und das T65 Handy, zugeschnitten auf die spielerische Ader jugendlicher Benutzer. T65 bietet Zugang zum Internet und kann SMS-Mitteilungen in Bild und Ton übermitteln.


Gundula Adolfsson

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