Schweden reagiert auf Terrorangriffe in USA

Dies ist der schwerste Angriff auf die offene demokratische Gesellschaft bisher”, sagte Göran Persson Dienstag nachmittag auf einer improvisierten Pressekonferenz.

Dies ist nicht nur ein Angriff auf die USA, sondern auf die ganze demokratische Welt. Wir haben in der Regierungskanzlei eine Gruppe gebildet, die engen Kontakt mit den schwedischen Behörden hält, Informationen einholt und entsprechende Sicherheitsmaßnahmen einleitet. Wir haben unsere Empörung über die Tat und unsere Anteilnahme den Opfern der USA gegenüber zum Ausdruck gebracht. Jetzt ist es wichtig, dass wir in der demokratischen Welt gemeinsam dem Terrorismus den Kampf ansagen, erklärte Ministerpräsident Persson.

Der frühere schwedische Ministerpräsident Ingvar Carlsson sagte gegenüber Radio Schweden:
”Dies ist eine neue Form von Krieg und ein Angriff auf die Demokratie. Der Punkt sei erreicht, wo man sich gegen die Feinde der Demokratie erwehren müsse, so Carlsson. Europa dürfe die USA in der Krise nicht allein lassen. Die Vereinten Nationen müssten die Anschläge in einer Resolution verurteilen und gemeinsame Schritte einleiten.”

Auch Bo Lundgren, Vorsitzender von Schwedens Konservativer Partei betonte, wie wichtig der gemeinsame Kampf der Demokratien gegen den internationalen Terrorismus ist. Lundgren schlug vor, die Arbeit im UNO-Sicherheitsrat in der nächsten Zeit darauf abzustellen.

Diese Tat wird die Spannungen in der Welt verstärken. Das war der spontane Kommentar von Alf Svensson von der Christdemokratischen Partei Schwedens. Der Entspannungsprozess sei definitiv unterbrochen, das Ganze sei ein Zeichen dafür, dass man sich vor Wahnsinn nicht schützen kann, sagte Svensson. Auch sein Kollege von der Liberalen Volkspartei, Lars Leijonborg sprach von einer unerhörten Tragödie und von der Notwendigkeit, auf die Angriffe zu reagieren.

In bisherigen Kommentaren waren sich Politiker und Nah-Ostbeoabachter einig, dass es nach den Angriffen eine Verschärfung globaler Sicherheitsmaßnahmen geben wird. In Schweden wird sich das unter Umständen schon in dieser Woche zeigen. Ministerpräsident Persson hat infragegestellt, ob die geplante Regierungskonferenz am Wochenende in Stockholm mit ranghohen Regierungsvertretern stattfinden wird. Bundeskanzler Gerhard Schröder hat seine Teilnahme bereits abgesagt. Thema der Konferenz ist ”Alternatives Regieren und die offene Gesellschaft”.

Gundula Adolfsson

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