Überflutungen in Mittelschweden

Während der letzten Tage gingen in Mittelschweden heftige Regenfälle nieder, Flüsse und Seen traten über die Ufer und überschwemmten etliche Ortschaften und Häuser. Am schlimmsten ist die Region Sundsvall betroffen. Vorerst hat sich die Lage aber stabilisiert.

Anders als befürchtet, ist der Wasserstand der Ljungan-Seen in Mittelschweden in der Nacht nicht weiter gestiegen. Der Pegelstand bleibt unverändert bei 2 Metern über normal, für die Stadt Sundsvall und die Ortschaft Bollnäs bedeutet das vorerst Entwarnung: Ihre zentralen Teile sind nicht unmittelbar von einer Überschwemmung bedroht. Jedoch sind weitere Regenfälle noch für die kommenden neun Tage vorausgesagt. Die Stauseen oberhalb der Seen sind bereits jetzt so prall gefüllt, dass die Dämme geöffnet wurden. Die Katastrophenschützer um Johann Erik Erikson, Leiter des Einsatzes, richten sich deswegen auf weitere Arbeit ein: ”Wir schützen jetzt erstmal die Infrastruktur, 30 Wege sind ohnehin schon gesperrt, jetzt sind auch die Fernverkehrsstrassen, und das ist für die Menschen hier natürlich negativ”

Rund 500 Helfer sind z.Zt. im Einsatz, seit gestern werden sie von Armeeinheiten, u.a. Pionieren, unterstützt. Sie errichten provisorische Staudämmen, um die Wassermassen mit zurückzuhalten. Doch für viele Anwohner an den Ufern der Wasserläufe und Seen in der Region kommen die Schutzmaßnahmen zu spät: Ihre Grundstücke sind bereits überflutet, das Wasser steht in Kellern und Erdgeschossen. Die anhaltenden Regenfällen werden durch eine aussergewöhnliche Wettersituation ausgelöst, so der Metereolog Per Holmgren: ”Die anhaltenden Regenfälle und das folgende Hochwasser gehen auf ein Tiefdruckgebiet zurück, das vom europäischen Kontinent nach Skandinavien gezogen ist. Dieses europäische Tief ist wärmer als die um diese Jahreszeit sonst üblichen atlantischen, außerdem führt es mehr Luftfeuchtigkeit mit”.

Letztes Jahr hatte eine vergleichbare Wetterentwicklung zu ähnlichen Überschwemmungen in der Region Sundsvall geführt. Das sei eine ungewöhnliche Häufung, meint der Metereolog, normalerweise sei das Gebiet nur einmal alle 50 Jahre von Unwettern wie in den letzten Tagen betroffen. Ob es sich hier um die Auswirkungen einer Klimaveränderung oder eine Laune der Natur handelt - darüber kann aber auch Per Holmgren nur spekulieren.

Hans-Peter Fischer

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