Schwedens Position nach den Attentaten in den USA

Nach den Attentaten vor 10 Tagen unterstützt Schweden die USA. Diese bereits vielfach geäußerte Einstellung wurde heute noch einmal auf einem Treffen bestätigt, zu dem Ministerpräsident Göran Person die Vorsitzenden aller im Parlament vertretenen Parteien eingeladen hatte.

In einem Punkt war man sich einig: Die USA haben das Recht, mit Waffengewalt auf die Attentate zu reagieren und die Drahtzieher zu bestrafen. Persson sieht einen Militärschlag bereits als beschlossene Sache: ”Damit sorgt man dafür, dass so etwas nicht noch einmal passiert. Wenn wir, wenn die Welt nicht reagiert und nächste Woche noch mehr passiert, in was für einer Situation befinden wird uns dann?”

Ministerpräsident Persson hat sich mit dem Treffen noch einmal der Zustimmung aller parlamentarischen Kräfte versichert, bevor er zu einer informellen Zusammenkunft der EU-Regierungsführer nach Brüssel flog. Die einheitliche Linie wird auch dadurch nicht geschwächt, dass Gudrun Schyman von der Linkspartei, Bedenken äußerte: ”Wir sollten zum Nachdenken mahnen. Momentan haben zu viele den Finger am Abzug.”

Sollte es tatsächlich zu einem militärischen Einsatz kommen, steht für Göran Persson fest, dass es sich dabei um eine in erster Linie US-amerikanische Angelegenheit handelt. Schwedische Soldaten werden sich nicht daran beteiligen, auch wenn Schweden Mitglied der Vereinten Nationen ist und die Militäraktion deren Unterstützung habe. Über die Folgen eines Angriffs der USA macht sich Persson keine Illusionen: ”Einen militärischen Einsatz, um sich zu verteidigen, kann man nicht führen, ohne dass Unschuldige zu Schaden kommen. Man ist aber dafür verantwortlich, deren Zahl so gering wie möglich zu halten.”

Auch in der UNO vertritt Schweden die Auffassung, dass den USA das Recht auf Selbstverteidigung zustehe. Der schwedische UNO-Botschafter Pierre Schori macht allerdings eine Einschränkung: Die Vereinigten Staaten sollten von anderen Ländern und der UNO nicht nur Unterstützung fordern, sondern auch auf deren Ansichten Rücksicht nehmen.

Hans-Peter Fischer

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