Der Kronenfall und die Folgen


Die Schwäche der schwedischen Valuta erreicht immer neue Tiefen. Knapp 10 Kronen müssen Schweden derzeit auf den Tisch legen, um an einen Euro zu kommen. Das bekümmert vor allem die Finanzplaner der Regierung. Ändert sich der Wert der Währung nicht, muss sie zwei Milliarden Kronen mehr aufbringen, um ihren Verpflichtungen zum EU-Topf nachzukommen. Und das sind beim derzeitigen Kurs etwa 400 Millionen Mark.

Seit Jahresbeginn hat die schwedische Krone gegenüber dem Euro ein Zehntel ihres Wertes verloren. Und die Terrorattacken in den USA mit der Befürchtung eines Kriegsausbruchs, tun ein übriges. Für die Regierung bedeutet dies, dass ihr Haushaltsplan platzen könnte. Bliebe es bei dem Wert von heute, müssten zwei Milliarden Kronen mehr an die Europäische Union gezahlt werden als derzeit eingeplant. Paul Klinkert, Währungsanalytiker bei der SE Bank, sieht auch die kommende Kursentwicklung nicht gerade rosig:
”Es sieht nicht sehr gut aus. Viele Zeichen sprechen für eine schwache Krone, aber wenige dafür, dass die Währung an Stärke zunimmt. Die Unsicherheit, die sich derzeit bemerkbar macht, trifft vor allem kleine Währungen, deren Aktienmärkte stark von ausländischem Kapital geprägt sind. Und das gilt auch für die Krone.”

Doch nicht nur die Regierung ist vom schwachen Wert der Krone betroffen. Auch Mitbürger, die beim Anwachsen ihres Vermögens auf die Börse gesetzt haben, gucken jetzt in die Röhre. Ein Drittel ihres Wertes hat die Börse seit Jahresbeginn eingebüßt, nach dem 11. September fiel sie noch einmal um 13 Prozent. Besonders hart trifft es diejenigen, die den Kauf neuer Aktien mit bereits existierenden Aktiendepots gesichert hatten. Fällt deren Wert, wird zur Deckung der Schuld automatisch ein Teil der als Sicherheit dienenenden Papiere verkauft, eine Art Zwangsversteigerung, so Ingmar Hägg vom Aufsichtsamt für das Kredit- und Versicherungswesen:
”Die Zwangsversteigerungen haben stark zugenommen. Dieser Tage entnahm ich den Medien, daß einzelne Fondverwalter die Anzahl in letzter Zeit verdreifacht haben, von 25 Zwangsversteigerungen auf 75 pro Tag. Und das ist das Ergebnis davon, dass sich die Menschen zu stark auf risikoreiche Papiere konzentriert haben.”

Richtig freuen können sich in dieser Situation jedoch die Landwirte. Bleibt der Kurs wie er ist, erhöhen sich die Subventionen der EU für die genutzte Fläche um 10 Prozent. Und das wären derzeit 370 Millionen Kronen oder 74 Millionen Mark.

Agnes Bührig

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