Ericsson und Sony starten Joint Venture


In den letzten Monaten waren Nachrichten vom schwedischen Telefonriesen Ericsson selten erfreulich. Doch mit dem offiziellen Start des neuen Gemeinschaftsunternehmens ”Sony Ericsson” sind viele Hoffnungen verbunden. Erstmals zeichne sich die Möglichkeit ab, den Marktführern Nokia und Motorola den Rang abzulaufen, verlautete heute aus London, dem Sitz des neuen Unternehmens. Allerdings wird es wohl noch eine ganze Weile dauern, bis die ersten Produkte auf den Markt kommen.

”Sony Ericsson Mobile Communications” heißt das neue Unternehmen mit Sitz in London, dem zuletzt auch die Kommission der Europäischen Union grünes Licht gegeben hat. Mit ihrem Joint Venture wollen die Partner nach eigener Aussage in fünf Jahren eine Führungsposition bei Mobiltelefonen und Multimediageräten einnehmen. ”Sony Ericsson” besteht aus den verlustreichen Mobilfunksparten des größten Anbieters von mobilen Netzwerken (Ericsson) und des weltweit führenden Konzerns für Unterhaltungselektronik (Sony).

Das neue Unternehmen startet in schwierigen Zeiten. Der weltweite Absatz von Mobiltelefonen stagniert und viele Manager befürchten nach den Terroranschlägen vom 11. September eine Rezession auf den bisherigen Wachstumsmärkten USA und China. Ericsson und Sony hatten im vergangenen Jahr zusammen 50 Millionen Mobilfunkgeräte im Gesamtwert von 6, 5 Milliarden Euro verkauft. Unangefochtener Marktführer blieb jedoch der finnische Hersteller Nokia, der rund 130 Millionen Handys für fast 22 Milliarden Euro absetzen konnte.

Auch wenn die Konzernführung in London angesiedelt ist: ”Sony Ericsson” ist ein schwedisches Unternehmen, mit Ericsson-Chef Kurt Hellström an der Spitze des Aufsichtsrats. Daran ließ heute auch Per Lindh keinen Zweifel, Repräsentant der Angestelltengewerkschaft SIF bei Ericsson. Auch in London gälten somit schwedische Gesetze, so Lindh. Die Gewerkschaft habe Anspruch auf einen Sitz in der Unternehmensleitung. Und das sei auch gut so, weil die Mitarbeiter gerade in einem so frühen Stadium in Diskussionen eingebunden werden müssten.

”Sony Ericssson” beschäftigt weltweit 3 500 Mitarbeiter. Das ist weniger als ein Viertel der früheren Ericsson-Angestellten, bevor große Verluste den Konzern zwangen, die Produktion in das Vertragsunternehmen Flextronics auszulagern und mehr als 10 000 Stellen abzubauen. Für das Design der Handys wird künftig ein Japaner zuständig sein. Das erste Gemeinschaftsprodukt werde ein Telefon der zweiten Generation des so genannten UMTS-Standards sein, hieß es heute aus dem Hause Sony. Damit sollen schnelle Verbindungen zum Internet möglich sein. Die folgenden Handys der dritten Generation sollen auch Videoclipps abspielen können. Doch derzeit sind mit dem neuen Standard vor allem Unsicherheiten und hohe Kosten verbunden.

Alexander Budde

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