Skola, elever
In den Geschichtsbüchern herrscht keine Gleichberechtigung (Foto: TT)

Die Frau - das immer noch unbekannte Wesen

In schwedischen Geschichtslehrbüchern glänzen Frauen laut einer Untersuchung der Tageszeitung ”Dagens Nyheter” nach wie vor weitgehend mit ihrer Abwesenheit.

Nur 13 Prozent aller genannten Personen, so die Zeitung, seien Frauen. Zudem nehme die Zahl der weiblichen Akteure erstaunlicherweise ab, je näher man der Gegenwart komme. In einem Buch könnten die Schüler zum Beispiel über den deutschen General Rommel und seinen britischen Gegenspieler Montgomery lesen. Über die britische Premierministerin Margaret Thatcher oder die US-amerikanische Bürgerrechtlerin Rosa Parks fände sich hingegen kein Wort.

Geschichtsprofessorin Ann-Sophie Ohlander bezeichnete dies in einem Interview mit Radio Schweden als „unverständlich“. Sie verwies auf die neuesten Geschichtslehrpläne, die ausdrücklich eine größere Berücksichtigung von Frauen und Kindern verlangten.  

Thomas Johansson vom Schulbuchverlag „Liber“ erklärte hingegen, man müsse beim Schreiben der Bücher vieles auslassen. Oft bleibe dann nur die Standardgeschichte übrig und diese handele meist von Männern.

„Dagens Nyheter“ hatte vier Geschichtsbücher der vier größten schwedischen Schulbuchverlage untersucht. Die Bücher sind für Schüler der achten Klasse gedacht.

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