Endlagerung von Nuklearabfällen in Küstennähe gefährlich

Länder mit Kernkraftwerken bekommen früher oder später ein Problem - wohin mit dem Abfall. Die nuklearen Restprodukte der Atommeiler müssen irgendwo entsorgt, will sagen zur Endlagerung irgendwo eingekapselt werden. Die Schwedische Gesellschaft für die Entsorgung nuklearer Abfälle, SKB, plant Probebohrungen zur Endlagerung in Tierp, Östhammar und Oskarshamn, d.h. Orte in Küstennähe. Eine bislang noch nicht veröffentliche Studie der Kernkraftinspektion zeigt jedoch, dass die Orte für eine Endlagerung nuklearer Abfälle am wenigsten geeignet sind.

Die Studie stammt von den Amerikanern Clifford Voss und Alden Provost, beide international anerkannte Grundwasserexperten. Ihre Schlussfolgerung ist so einfach wie logisch: bei einem Leck können radioaktive Stoffe schnell ins Grundwasser und von dort ins Meerwasser gelangen. Sicherer ist eine Lagerung im Inland, wo das Grundwasserniveau tiefer liegt und die Abflusszeit länger ist. Die Abflusszeiten spielen eine entscheidende Rolle, da sie stark variieren. In Küstennähe kann es sich um nur 10-15 Jahre handeln, im Inland um zwischen 50 000 und 500 000 Jahre handeln, genügend Zeit also, um radioaktive Reststoffe abzubauen, bevor sie ins Meer gelangen. Die Experten rechnen mit einer Halbwertzeit von rund 100 000 Jahren.

Schwedische Geologen, Geohydrologen und Umwelttechniker haben sich der Auffassung angeschlossen und warnen davor, die Orte zur Endlagerung zu nutzen. Unabhängig davon, welche Einstellung man zur Kernkraft hat - meinen sie - müsse man bei der Entsorgung von Nuklearabfällen von der größtmöglichen Sicherheit ausgehen, die sei in diesem Fall nicht gewährt. Die Entsorgungsgesellschaft SKB hätte ihre Auswahl der Orte nach industriellen und politischen Gesichtspunkten getroffen, dort wo erwartet wird, dass es keine größeren politischen Aktionen gegen die Endlagerung geben wird.
SKB hat sich bislang damit entschuldigt, man müsse erst Probebohrungen machen, um eine Entscheidung treffen zu können. Die Kritiker halten dem entgegen, schon jetzt sei klar, dass es bessere Alternativen gibt.


Gundula Adolfsson

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