Medaillenhoffnung Per Elofsson

Radio Schweden stellt die großen Medaillenhoffnungen bei den Olympischen Winterspiele im amerikanischen Salt Lake City vor. Nach drei für Schweden eher enttäuschenden Winterspielen, sind die Sportexperten diesmal sehr optimistisch. Das Nationale Olympische Komitee rechnet mit 28 Medaillen. Ganz oben auf der Liste der Zuversicht steht der Langläufer Per Elofsson, dessen Stern im vergangenen Jahr bei den Weltmeisterschaften im finnischen Lahti so richtig aufgegangen ist.

Endlich wieder ein Weltmeister und das gleich zweimal. Bei den Langlaufweltmeisterschaften im finnischen Lahti, die im vergangenen Jahr sonst so von den finnischen Dopingenthüllungen geprägt waren, konnte Schweden aufatmen. Das klassische Land des Langlaufs hatte eine lange Durststrecke durchmachen müssen und ein 23jähriger Mann aus Röbäck in der Nähe des nordschwedischen Umeå hat Schweden aus dem Tal der Tränen geführt. Per Elofsson zu den Bildern, die ihn als Weltmeister zeigen: ”Die Bilder habe ich schon oft gesehen, denn ich habe sie auf Video. Da sind starke Gefühle mit verbunden. Da ging ein Traum in Erfüllung. Plötzlich steht man inmitten des Geschehens und weiß nicht was so richtig vorgeht. Und im Nachhinein erscheint das noch viel größer und wichtiger als es damals war. Da denke ich an Leute wie Gunde Svan oder Björn Dählie, die auch ganz oben auf dem Treppchen gestanden haben. Jetzt, wo selbst da oben gestanden habe, verstehe ich, warum man soviel Anstrengung aufbringt, um dorthin zu kommen.”

Mit drei Jahren war der kleine Per zum ersten Mal auf Skiern. Am Hang gleich hinter dem Haus der Eltern in Röbäck. Mit vier fühlte Per sich zum ersten Mal größeren Aufgaben gewachsen, und bat seine Mutter gleich mal nach draußen zu kommen, damit er ihr das Skilaufen beibringen könne.

Mit 16 kam dann die Entscheidung, sich ganz auf den Langlauf zu konzentrieren. Per Elofsson wurde Schüler am Skigymnasium in Lycksele. Es begann eine vielversprechende Karriere mit vielen nationalen und internationalen Juniorentiteln. Privat gilt Per als fanatischer Gitarrenspieler und Autoliebhaber: ”Das ist etwas übertreiben. Aber mit Freunden zusammen habe ich zusammen gespielt. Das mit den Autos kommt von ganz klein auf, als ich mit meinem Vater zu den Autorennen gefahren bin.”

Den Aufstieg in die internationale Langlaufelite hat sich Per Elofsson hart erarbeitet. Bei den Kollegen in der Nationalmannschaft gilt er als Trainingsfetischist. Das gibt Elofsson auch selbst zu: ”Das ist schon zum Teil wahr. Man muss sich zwingen und an die Grenzen gehen. Aber die Erholung ist auch wichtig. Sowohl physisch als auch mental. Man kann nicht immer fix und fertig sein. Der Körper braucht Erholung.”

Ohne Fleiß kein Preis. In der letzten Saison gönnte er sich ganze acht Tage Urlaub. Allein in dieser Saison ist Elofsson 220 Tage lang unterwegs. Rennen und Training lösen sich ab. Die gewissenhafte Vorbereitung ist für ihn das A und O. So hat er damit begonnen, sein Essen aufs Gramm genau abzuwiegen. Und in der Loipe werden dann die Kilometer runtergespult. ”Das Training, das mir am besten gefällt, ist das Training dass mir am meisten bringt. Und das sind meist die härtesten Einheiten, wo man sich total verausgabt und an die Grenze geht.”

Elofsson ist ein Athlet, der in Schweden die Augen der Öffentlichkeit auf sich hat. Im Dezember wurde er von der Tageszeitung Svenska Dagbladet mit der ”Bragdmedalj” ausgezeichnet. Sie gilt als die höchste Sportlerauszeichnung, die jährlich in Schweden vergeben wird. Seine Disziplin - der Langlauf - ist mit so berühmten Namen verbunden wie Gunde Svan und Thomas Wassberg. Eine Goldmedaille bei den Spielen in Salt Lake City würde ihn in die Ruhmeshalle der Langlaufgiganten bringen und ihn bei Schwedens Sportlerherzen unsterblich machen. Für den Weg dahin hat Elofsson ein einfaches Rezept: ”Ganz klar ist Olympia das große Ziel der Saison. Da schauen alle hin. Mein Ziel ist einfach, dann so schnell wie möglich zu laufen.”

Lauf Per lauf - dass die Hoffnungen der Schweden nicht unbegründet sind, hat Elofsson auch schon in dieser Saison mit einigen Weltcupsiegen beweisen. Jetzt hoffen alle, dass er diese Frühform mit nach Amerika nehmen kann, damit sich der Jubel vom Vorjahr noch steigern kann.

Dieter Weiand

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