Tre Kronor auch ohne "Foppa" in Bestbesetzung

Eine Goldmedaille bei den Olympischen Winterspielen für Schwedens Eishockeymannschaft ”Tre Kronor” - das wäre wirklich das höchste der Gefühle. Der Traum ist bereits einmal in Erfüllung gegangen bei den Spielen 1994 in Lillehammer. Diesmal sind die Ausgangsbedingungen jedoch ungleich schwerer. Denn alle Mannschaften treten nahezu in Bestbesetzung, da die Profis der nordamerikanischen Liga NHL für das olympische Turnier freigestellt wurden. Schwedens Cheftrainer Hardy Nilsson hatte also die Qual der Wahl, wen er mit nach Salt Lake City nehmen will.

Mitte Januar mussten die schwedischen Eishockeyfans erst einmal eine traurige Nachricht verarbeiten. ”Foppa” Peter Forsberg muss passen. Der Superstar bei Colorado Avalanche und legendäre Schütze, der 1994 mit seinem Penalty Schweden zu Gold verholfen hat, hat eine Verletzung am Fuß und fällt aus.

Doch der Rest der Mannschaft läßt die Eishockeyherzen höher schlagen. Ob Mats Sundin, Tommy Salo oder Nicklas Lidström - alles was Rang und Namen in der nordamerikanischen Profiliga hat ist dabei. Noch nie hat es - zumindest dem Papier nach - eine stärkere schwedische Mannschaft gegeben. Doch es bleibt nur wenig Zeit sich einzuspielen, wie Cheftrainer Hardy Nilsson bestätigt: ”Die Vorbereitung für die Olympiateilnehmer ist etwas ungewöhnlich. Das erste Spiel ist am 15. Februar gegen Kanada. Das ist das erste Gruppenspiel. Die Spieler kommen in den Tagen davor nach Salt Lake City. Eigentlich haben wir nur ein oder maximal zwei Trainingseinheiten vor dem ersten Spiel.

Dennoch sind die Erwartungen riesengroß. Die beste schwedische Mannschaft aller Zeiten müsste in der Lage sein, olympisches Gold zu holen, schreibt die Presse hierzulande. Allerdings haben auch die anderen großen Nationen wie vor allem Kanada, Rußland und Titelverteidiger Tschechien eben ihre Allerbesten dabei. Wichtig wird sein, wer zuerst seinen Rhythmus findet.

Das gilt auch für das schwedische ”Dream Team” meint Hardy Nilsson: ”Die sind überhaupt nicht eingespielt. Noch ein Problem ist, dass sie die kleinen Eisflächen gewohnt sind. Die Olympiade wird aber auf der großen Eisfläche ausgetragen. Hinzu kommt noch der Wegfall des Zwei-Linien Abseits. Das ist für die Spieler eine große Umstellung. Andererseits haben alle Mannschaften die gleichen Probleme. Wer sich am besten und schnellsten darauf einstellen kann, wird wahrscheinlich auch Meister werden.

Schwer ist leicht was - und das olympische Eishockeyturnier wird eine echte Herausforderung für die ”Tre Kronor”. Bei der letzten Olympiade hat sich der damalige und auch jetzige Titelfavorit Kanada blamiert. Die Goldmedaille holte die Tschechische Republik. Jetzt hoffen die Schweden, dass sie den Nordamerikanern in Salt Lake City den Schneid abkaufen können.

Dieter Weiand

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