Schwedischer Gefangener in Guantánamo identifiziert

Schweden beantragt beim US-Außenministerium einen Besuch im Gefangenenlager Guantánamo auf Kuba. Der mutmaßliche schwedische Angehörige des Terrornetzwerkes El Kaida, der dort einsitzt, ist heute von der Polizei identifiziert worden.

Botschaftspersonal aus Washington soll den Mann nun an Ort und Stelle treffen und die Angaben über ihn kontrollieren. Die Haftbedingungen in Guantánamo werden international stark kritisiert.

”Die Untersuchung zur Identifizierung hier in Schweden ist abgeschlossen”, teilt Gösta Grassman, Presseattaché im Außenministerium mit. ”Jetzt sollen die letzten Fragezeichen bei der Identifizierung der Person durch schwedische Beamte ausgeräumt werden.”

Der schwedische mutmaßliche El-Kaida-Kämpfer ist 22 oder 23 Jahre alt, in Schweden geboren und seit einigen Jahren auch schwedischer Staatsbürger. Kurz nachdem er die Staatsbürgerschaft angenommen hatte, zog er ins Ausland um. Ob er eine weitere Staatsangehörigkeit besitzt ist zur Zeit noch unklar. Die schwedische Geheimpolizei - SÄPO - hat den Mann in ihren Dateien bisher nicht verzeichnet. Er gehört auch nicht zu der Personengruppe, die die SÄPO als schwedische El Kaida-Anhänger identifiziert hat. Bisher ist auch ungeklärt, ob der Mann zu El Kaidas Netzwerk oder den Talibankämpfern gehört hat. Er könne auch in den Bereichen Ideologie, Ausbildung, Krankenpflege oder Finanzen für das Netzwerk gearbeitet haben, heißt es.

Nach Zeitungsangaben soll der Mann am 18. Dezember bei Kämpfen an der Grenze zwischen Afghanistan und Pakistan gefangengenommen worden sein.

Die Geheimpolizei überwacht nach eigener Auskunft in Schweden knapp 20 Personen, die mit El Kaida zu tun haben.

Man darf sicherlich auch vermuten, dass die schwedischen Vertreter sich vom Zustand des Schweden vor Ort ein Bild verschaffen möchten. Die Haftbedingungen in Guantánamo sind ja international stark kritisiert worden.

Washington hat bisher noch nicht offiziell auf den schwedischen Besuchsantrag reagiert.

Sybille Neveling

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