"Ich glaube nicht, dass er solche Sachen macht."

Nach und Nach kommt mehr über die Identität mutmasslichen al-Quaidakämpfers mit schwedischem Pass ans Tageslicht, den die USA in ihrer Militärbasis Guantanamo auf Kuba festhalten. In Schweden hat sich jetzt sein Vater zu Wort gemeldet.

Der mutmassliche al-Quaidakämpfer ist bei schwedischen Behörden kein Unbekannter: Im Frühsommer 1999 war er in seiner Heimatstadt wegen Diebstahls angeklagt, ein Jahr, nachdem er die schwedische Staatsangehörigkeit erhalten hatte. Als der Prozess beginnen sollte, hatte sich der Beschuldigte ins Ausland abgesetzt. Im Juli des gleichen Jahres wurde er dann in Portugal festgenommen, die Anklage lautete auf Diebstahl und Kreditkartenbetrug. Im Tresor seiner Ferienwohnung waren über 10 000 Euro aufgetaucht sowie teure Uhren und Markenbekleidung.

Seinem Vater, der aus Algerien stammt und nicht namentlich genannt werden will, ist jedoch klar, dass sein Sohn nichts Böses getan hat: ”Ich glaube nicht, dass er solche Sachen macht. Ich kenne ihn. Er ist in Schweden geboren, hat seine Freunde in Örebro. Er spielt Fussball und ist bei seinen Kumpels beliebt. Ich glaube nicht, dass er so einer ist.” Dass sich sein Sohn ins Ausland abgesetzt hat, müsste dem Mann jedoch zu Denken geben. Den letzten telefonischen Kontakt hatten die beiden im Mai letzten Jahres.

Nach Ansicht des Terrorismusexperten Magnus Ranstorp sind die wirtschaftlichen Vergehen, denen sich der 22-Jährige schuldig gemacht hat, typisch für einen al-Quaida-Terroristen. Auf diese Weise würden jüngere Mitglieder getestet, ob sie zuverlässig einsetzbar sind. Ausserdem konnte er wegen seines algerischen Hintergrundes mit Landsmännern trainieren.

Offiziell wird er jetzt in den USA angeklagt, einer Gruppe anzugehören, die eine Bedrohung für die Vereinigten Staaten und die internationale Gemeinschaft darstellt. Das schwedische Aussenministerium, das eine Gegenüberstellung mit schwedischen Diplomaten gefordert hat, hält entsprechende Mitarbeiter auf Abruf. Bei der schwedischen Botschaft in Washington geht man davon aus, dass ein Treffen mit dem mutmasslichen al-Quaida-Mitglied innerhalb der nächsten drei Tage stattfinden kann.

Agnes Bührig

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