Treffsichere "Magda" hört nach Olympia auf

Biathletin Magdalena Forsberg hat die Weltcuprennen im italienischen Antholz aussetzt, um sich zu Hause in aller Ruhe vorbereiten zu können. Sie gehört zu den grossen schwedischen Medaillenhoffnungen in Slat Lake City

Sie heißt eigentlich Maria Magdalena aber ganz Schweden nennt sie nur Magda. Denn auf den Titelseiten der Boulevardblätter paßt neben der Schlagzeile ”Gold” einfach am besten nur ”Magda”. Und mit Goldmedaillen hat Magdalena Forsberg ihr Land bei dieser Mischung aus Langlauf und Schiessen verwöhnt - wenn auch ”nur” bei Weltmeisterschaften. Allein in der vergangenen Saison gab es zwei Weltmeistertitel einen dritten Platz bei Weltmeisterschaften und auch den Gesamtsieg im Weltcup. Magdalena Forsberg über das erfolgreiche Jahr 2001: ”Mir selbst hat es einfach Sicherheit gegeben, dass ich so gut geschossen habe. Und dann die neun Siege am Stück. Das lief beinahe alles wie von selbst.”

Wie von selbst lief es auch zu Beginn dieser Saison als Magdalena Forsberg von Sieg zu Sieg lief. Die Sportjournalisten in Schweden waren sich beinahe schon einig: Es sei nur eine Frage wieviele Goldmedaillen ”Magda” von Salt Lake City mit nach Hause bringen würde.

Doch dann kam die Weihnachtspause und danach der große Auftritt der Liv Grete Poiree. Die Norwegerin hat in mehreren Rennen bewiesen, dass sie Forsberg schlagen kann. Die Freunde des Biathlon dürfen sich auf ein packendes nordisches Duell bei der Olympiade freuen, wenn Magdalena Forsberg nicht das gleiche Mißgeschick widerfährt wie bei den Spielen in Nagano 1998.
Damals war Forsberg auch als haushohe Favoritin gehandelt worden. Herausgekommen war dann nur ein 14. Platz - eine Riesenentäuschung. Doch mittlerweile hat Magdalena Forsberg bewiesen, dass sie stabiler geworden ist - nicht mehr so leicht verkrampft. Ein Grund dafür ist sicher ihr Mann Henrik. Seitdem er ebenfalls in das schwedische Biathlonteam gekommen ist, hat Magdalena Forsberg einfach noch mehr Unterstützung. Ein weiterer Garant für die Erfolge ist auch Trainer Wolfgang Pichler.

Unabhängig davon, wie die Bilanz von Salt Lake City ausfallen wird, so hat Magdalena Forsberg schon längst die Herzen der Schweden erobert. Darüber ist sie sich selbst auch bewußt: ”Das ist schon etwas merkwürdig. Als ich mit dem Biathlon angefangen habe, konnte ich mir das nicht vorstellen, nicht in meinen wildesten Fantasien, dass ich so populär werden könnte und im Rampenlicht der Öffentlichkeit stehen würde. Das ist schon komisch, wenn ich darüber nachdenke. Der Jerringpreis ist eine der feinsten Auszeichnungen, die man in Schweden bekommen kann.”
Der Jerringpreis ist der Publikumspreis des schwedischen Rundfunks. Bereits zum fünften Mal war Magdalena Forsberg die erste Wahl des schwedischen Publikums. Ihre Karriere wird die 34jährige Forsberg nach der Olympiasaison beenden.

Dieter Weiand

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