Foto: Bertil Ericson/TT samt Drago Prvulovic/TT.
Lars Vilks und das Kulturcafé in Kopenhagen, das Ziel eines Attentats war (Foto: Bertil Ericson/TT samt Drago Prvulovic/TT)

Künstler Vilks will weitermachen wie bisher

"Es war total unwirklich"
2:14 min

Der umstrittene schwedische Künstler Lars Vilks war vermutlich Ziel eines der Attentate in Kopenhagen. Im Schwedischen Rundfunk beschreibt er den dramatischen Abend.

Der 68-jährige Vilks, der Provokation zu seinem Markenzeichen gemacht hat, diskutierte im Kopenhagener Kulturcafé „Krudttønden“ gerade das Thema Meinungsfreiheit, als der Täter vor der Tür zu schießen anfing. „Es war total unwirklich“, sagt Vilks. „Ich bin es nicht gewohnt, Gewehrsalven zu hören. Es waren komische Geräusche und dann verstand ich, dass da jemand schoss.“ Vilks hatte keine Zeit zu reagieren. Seine Leibwächter, die ihn seit Jahren auf Schritt und Tritt begleiten, zerrten ihn in einen Raum nebenan. „Ein paar Sekunden lang habe ich gedacht, dass jetzt gleich ein Schusswechsel losgeht. Doch ich war in einem anderen Zimmer umgeben von Sicherheitspersonal mit gezogenen Waffen und da wurde mir schnell klar, dass ich in Sicherheit war.“

"Hinterher ist man immer klüger"

Vilks war nicht zum ersten Mal in dem Kopenhagener Kulturhaus zu Gast. Die vorherigen Veranstaltungen waren laut Vilks immer „angenehm und idyllisch“ gewesen. Diesmal war es anders. Dennoch will der Schwede nicht die Sicherheitsvorkehrungen kritisieren. „Manche sagen jetzt vielleicht, dass man nach den Anschlägen auf ‚Charlie Hebdo‘ vorsichtiger hätte sein müssen. Solche Taten inspirieren ja immer Nachahmer, aber im Nachhinein weiß man immer alles besser.“

"Demokratie und Meinungsfreiheit sind die wichtigsten Fragen"

Für ihn persönlich habe der Anschlag keine größeren Konsequenzen, betont Vilks. „Wenn man als Künstler Kontroversen starten will, dann muss man die Konsequenzen in Kauf nehmen.“ Er werde weitermachen wie bisher. „Demokratie und Meinungsfreiheit sind einige der wichtigsten Themen unserer Zeit. Wie lange können wir sie noch verteidigen?“

In der schwedischen Gemeinde Höganäs, in der Vilks lebt, reagierte man unterdessen unmittelbar. Die Polizei entschied, dass der Künstler eine Zeit lang nicht in seinem Haus wohnen soll. Das Haus von Vilks liegt in unmittelbarer Nähe einer Schule und eines Kindergartens. Die politische Leitung traf sich außerdem zu einer Krisensitzung, um eine mögliche Verstärkung von Sicherheitsmaßnahmen zu diskutieren. Mehrere Bewohner von Höganäs hatten zuvor bei der Gemeindeverwaltung angerufen und erklärt, sie hätten Angst vor möglichen Anschlägen.

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