Reproduktionsmedizin

Eltern dürfen tiefgefrorene Embryos nicht beerdigen

Die Beerdigung von tiefgefrorenen Embryos und das Recht auf künstliche Befruchtung für alleinstehende Frauen – diese zwei Fragen der modernen Reproduktionsmedizin sorgen momentan für Schlagzeilen in den schwedischen Medien.

Im ersten Fall verweigerte das Sahlgrenska Universitätskrankenhaus in Göteborg einem Paar den Wunsch, drei tiefgefrorene Embryos mit nach Haus zu nehmen. Die beiden wollten die Embryos gemäß ihrer religiösen Überzeugung beerdigen. Das Krankenhaus verwies jedoch auf gesetzliche Bestimmungen, die es verbieten, Gewebe und Zellen aus Biobanken an Privatpersonen herauszugeben.

Im zweiten Fall geht es um eine Gesetzesänderung, die alleinstehenden Frauen in Schweden das Recht auf künstliche Befruchtung einräumt. Bislang ist dies in Schweden verboten, die rot-grüne Regierung hat jedoch eine entsprechende Änderung für den Sommer angekündigt. Mehrere Behörden und Organisationen, darunter das zentrale Gesundheitsamt, der Dachverband der Provinzen und Gemeinden sowie Krankenhäuser und Kinderrechtsorganisationen, fordern jedoch, dass Alleinstehende einer eingehenderen Prüfung unterzogen werden sollen als Paare. Sie argumentieren damit, dass zwei Eltern einem Kind eine größere finanzielle, soziale und rechtliche Sicherheit geben. Dagegen protestieren nun die Vertreterinnen der Alleinstehenden.

Laut Schätzungen warten in Schweden rund 2.000 alleinstehende Frauen auf eine künstliche Befruchtung.