Kunst

Växjö verzichtet auf umstrittene Statue

Die südschwedische Stadt Växjö hat am Mittwoch beschlossen, ein kontrovers diskutiertes Kunstwerk der Künstlerin Susanna Arwin nicht aufstellen zu lassen.

Die Statue stellt eine ihre Handtasche schwingende Frau dar, die einer Fotografie von Hans Runesson nachempfunden ist. Darauf ist eine vermeintlich alte Dame zu sehen, die einen marschierenden Neonazi mit ihrer Handtasche attackiert. Das Bild erreichte durch seine Symbolkraft der Zivilcourage Weltberühmtheit.

Die Künstlerin hat ebendiese Dame mit Handtasche als Statue nachgebildet und im Zentrum von Växjö aufstellen lassen wollen, wo sich 1985 der Neonazi-Aufmarsch abspielte, bei dem der Schnappschuss des Pressefotografen gelang.

Kontrovers diskutiert wurde nun einerseits die Frage, ob man ein „gewaltsames“ Vorgehen öffentlich als Statue würdigen solle, es gab andererseits auch Stimmen, die daran erinnerten, dass die vermeintlich alte Dame zu diesem Zeitpunkt erst 38 Jahre alt war, dass sie psychische Probleme hatte und über die mit dem Foto verbundene Aufmerksamkeit keineswegs erfreut war. Sie hatte sich zwei Jahre später das Leben genommen. Sowohl der Fotograf als auch die Hinterbliebenen der Frau hatten sich strikt gegen das Kunstwerk ausgesprochen.

Diese Umstände wurden nun bei der Entscheidung des Stadtrats von Växjö berücksichtigt.