Enttäuschender Auftakt - Elofsson geknickt

Den Auftakt der Olympischen Winterspiele in Salt Lake City möchten die meisten Schweden am liebsten vergessen. Nicht nur die Tatsache dass Langlaufhoffnung Per Elofsson, dass erste Rennen gleich hatte abbrechen müssen, dämpft hierzulande die Gemüter. Auch die Art und Weise wie Elofsson bei den 30 Kilometern im freien Stil agierte hat für viel Frustration gesorgt.

Die Erwartungen waren riesengroß, und dass Sportler auch mal scheitern können, durfte nicht für Per Elofsson gelten. Doch der Deutschspanier Johann Mühlegg belehrte die Schweden eines besseren und gab Elofsson eine Lektion, die dieser wohl kaum vergessen wird. Goldmedaillengewinner Mühlegg hat Elofsson regelrecht zermürbt, so dass der Schwede nach halber Strecke aufgeben musste. Per Elofsson war nach dem Rennen am Samstag richtig geknickt: "Was soll ich sagen. Das ist überhaupt nicht lustig. Mein Körper hat einfach nicht mitgemacht. Die Muskeln waren übersäuert. Es war einfach zu anstrengend."

Von Seiten der Schweden wurde ihm jedoch wenig Mitleid zuteil. Die Erwartungen waren einfach ins Absurde hochgeschraubt worden. So startete das schwedische Fernsehen vor dem Rennen eine Umfrage mit drei Namen, wer denn die 30 Kilometer gewinnen würde. Nahezu alle Zuschauer tippten auf Elofsson - kaum einer auf Mühlegg, der als Weltmeister über 50 km bei weitem kein unbeschriebenes Blatt im Langlaufsport ist.
Elofsson hat noch drei Gelegenheiten, seine Scharte auszuwetzen. Bei den 15 km am morgigen Dienstag im klassischen Stil sind die Chancen gar nicht schlecht. Zumal Mühlegg mitgeteilt hat, dass er diesen Wettbewerb auslassen will.
Die Herzen der Schweden haben sich jedoch bereits einer anderen zugewendet. Magdalena Forsberg soll im Biathlon über 15 km eine Medaille holen. Die Rede ist natürlich auch gleich hier nur von Gold. Doch Magdalena Forsberg weiß, dass auf sie im hochgelegenen Soldier Hollow ein schwieriges Rennen wartet: "Man muss hier ganz anders angehen. Wegen der Höhe darf man nicht zu schnell anfangen. Das hältst du sonst nicht durch. Man muss umdenken und nicht soforsch angreifen, wie in tieferen Lagen."

Während viele sie in die Rolle der Goldfavoriten drängen wollen, hält Magdalena sich zurück. Die Norwegerin Liv Grete Poirée habe die besten Aussichten, so Forsberg.

Ohne den großen Druck allzuhoher Erwartungen legte ein anderer Schwede eine sehr ordentliche Leistung hin. Fredrik Nyberg wurde siebter bei der Olympischen Abfahrt. Das beste Resultat in der Olympiageschichte für einen schwedischen Herren in dieser alpinen Königsdisziplin. Auch Fredrik Nyberg wars zufrieden: "Ich komme immer mehr in die Abfahrt rein. Das habe ich in letzter Zeit etwas vernachlässigt, um wirklich völlig frei zu fahren. Aber ich habe alles gegeben. Die Strecke ist sehr anspruchsvoll, da muss man voll konzentriert sein. Es ist sogar besser sich voll reinzuhauen, als eine feigere Linie zu wählen."

Heute soll dann Pernilla Wiberg bei der Abfahrt der Damen auf das Treppchen fahren. Das würde viele schwedische Sportgemüter wieder beruhigen.

Dieter Weiand

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