Forsberg holt erste Olympiamedaille für Schweden

Endlich olympisches Edelmetall für Schweden. Im Biathlon der Frauen holte die hochfavorisierte Magdalena Forsberg Bronze. Lange lag die Schwedin auf Goldkurs, doch zwei Fehlschüsse im vierten Durchgang bedeuteten eine Hypothek, die auch die beste Läuferin nicht mehr wettmachen konnte. Trotzdem grandiose Freude bei der überragenden Skijägerin der letzten Jahre, die aber noch nie olympisches Edelmetall gewonnen hatte.

"Ich bin überglücklich", sagte Forsberg als sie sich die Ski abgeschnallt hatte. "Meine erste Olympiamedaille. Ich hatte bisher noch keine und das hier ist die Krönung.". Doch den Triumph in der Loipe von Soldier Hollow, den feierte die Oberhoferin Andrea Henkel, die fast unbemerkt von der Konkurrenz das Rennen ihres Lebens lief. Als bekannt sichere Schützin erlaubte sich Henkel einzig im zweiten der vier Intermezzi eine Fahrkarte und schoss ansonsten abgebrüht und schnell. Auch die favorisierte Norwegerin Liv-Grete Poiree schoss nur einmal daneben, hatte aber im Ziel mehr als 7 Sekunden Rückstand auf die Deutsche.

Die Entscheidung um Gold fiel beim letzten Schießen. Dort leistete sich die bis dahin klar in Führung liegende Forsberg stehend zwei Fehlschüsse und kassierte dafür zwei Strafminuten. Am Ende gewann Forsberg mit einem energischen Schlusspurt Bronze. Ein Spurt, der ihr alles abverlangte: "Ich hatte das Zittern in den Beinen als ich ankam und da war es schwer, noch gut zu schießen", so Forsberg. "Ich bin es wirklich hart angegangen aber manchmal steht man auf dem Hügel und ist verspannt oder nervös, das kommt eben vor.
Aber ich bin immerhin Dritte.".

Starker Wind am Mount Allan hat gestern für die erste Absage bei diesen Winterspielen gesorgt und die beiden Konkurrentinnen Pernilla Wiberg und Picabo Street in die Warteschleife gezwungen. Die Abfahrt der Skirennläuferinnen musste nach anfänglichen Verschiebungen komplett ausfallen, weil starke Böen im oberen Streckenabschnitt der "Wildflower"-Piste kein faires Rennen zugelassen hätten. Der Showdown der Schwedin und ihrer amerikanischen Freundin sollte am Dienstag nachgeholt werden. Erstmals in der Olympia-Geschichte müssen die Frauen übrigens eine längere Abfahrt als die Männer bewältigen. Die "Wildflower"-Piste misst etwas über drei Kilometer und ist 124 Meter länger als die "Grizzly"-Strecke der Herren.

Ebenfalls am Dienstag hat Schwedens Gold-Hoffnung Per Olofsson die Chance, alles wieder gut zu machen. Nach seinem Patzer gestern über die 30 Kilometer-Distanz tritt der Weltmeister heute über die klassische 15 Kilometer Langlauf an, eine Disziplin in der er im Vorjahr alle nordischen Konkurrenten deklassieren konnte.

Der 22-jährige Magnus Sterner aus Leksand konnte sich in der Halfpipe gegen die erdrückende Konkurrenz der Amerikaner nicht durchsetzen. Die Gastgeber holten gleich alle drei Medaillen, allen voran der Snowboard-Veteran Ross Powers. Sterner belegte den achtsamen 11. Platz, nachdem er zwei Mal mit dem Board gestürzt war.

Alexander Budde