Schwedischer UN-Diplomat aus Simbabwe ausgewiesen

Die Beziehungen zwischen der Europäischen Union und Simbabwe werden schlechter.
Anlaß ist die Ausweisung des schwedischen Diplomaten Pierre Schori. Der Leiter der Gruppe von EU-Wahlbeobachtern musste Harare am Samstag verlassen. Heute nachmittag berichtete Schori den EU-Aussenministern in Brüssel über seine Einschätzung der Lage in Simbabwe.

Um die Wahlen am 9. und 10. März in Simbabwe zu überwachen, hatte die EU eine Delegation geschickt. Der greise Präsident Mugabe kämpft um sein politisches Überleben. Er wird verdächtigt einen Sieg der Opposition mit allen Mitteln zu bekriegen. Die Anwesenheit der Europäer hatte Mugabe nur widerwillig akzeptiert, nachdem die EU mit Sanktionen gedroht hatte.
Die 30 Mitglieder der Beobachtergruppe wurden akkreditiert. Ihr schwedischer Leiter, Pierre Schori, jedoch war dem Regime Mugabe nicht genehm. Er könne mit einem Touristenvisum im Land bleiben, dürfe sich aber nicht öffentlich äußern, teilten die afrikanischen Behörden mit. Als Schori darauf beharrte für die EU-Beobachter zu arbeiten, musste er das Land verlassen.

”Das wunderte mich gar nicht sehr. Die Behörden hatten vorher eine Reihe von Schikanen eingeleitet. Unter anderem hingen Sicherheitsbeamte in der Lobby unseres Hotels rum. Und wenn wir in der Stadt waren, merkten wir deutlich, dass sie uns unter Beobachtung hielten. Irgendwas war im Gange”, berichtet Schori.

Der simbabwische Innenminister Nkomo erklärte, seine Regierung habe Anstoß an Schoris ”anhaltenden politischen Stellungnahmen” genommen.

Schori selbst glaubt, dass die Behörden sich besonders auf ihn persönlich konzentrierten, weil er die Delegation von Wahlbeobachtern im Jahr 2000 geleitet hat. Diese Gruppe äußerte sich in ihrem Bericht sehr kritisch über die undemokratischen Zustände in Simbawe.

Gründe wesentlich allgemeinerer Art sieht der schwedische Schriftsteller und Afrikakenner Pär Wästberg:

”Aus Mugabes Perspektive ist die Ausweisung motiviert. Er will keine Zeugen haben. Er spielt ein Katz-und-Maus-Spiel und hat - glaube ich - schon lange beschlossen, dass niemand sehen soll welch ein Terrorstaat Simbabwe geworden ist”, sagt er.

Wästberg möchte am liebsten gar keine Beobachter in Simbabwe sehen, denn so argumentiert er, die Observateure können ohnehin nur eine Handvoll kleiner Wahlstationen kontrollieren. Und das reiche nicht, um das Selbstvertrauen und die Moral der Bürger wieder aufzurichten. Mögliche Drohungen oder Zwangsmaßnahmen im Zusammenhang mit den Wahlen in anderen Dörfern blieben unbeobachtet.

Auch der schwedische Pressesprecher der EU-Wahlbeobachter in Simbabwe, Stefan Amér, wird vermutlich demnächst ausgewiesen. Die afrikanischen Behörden haben ihn aufgefordert, sich nicht gegenüber der Presse zu äußern oder für die Wahlbeobachter tätig zu sein. Forderungen, auf die er nicht eingehen will.

Sybille Neveling

Grunden i vår journalistik är trovärdighet och opartiskhet. Sveriges Radio är oberoende i förhållande till politiska, religiösa, ekonomiska, offentliga och privata särintressen.
Du hittar dina sparade ljud i menyn under Min lista