Reaktionen auf Stahlzölle in den USA

Die Ankündigung war schon länger erwartet worden, jetzt schlugen die USA zu: Präsident Bush teilte mit, dass Stahleinfuhren in Zukunft mit Schutzzöllen belegt werden. Eine Äusserung, die weltweit auf Kritik gestossen ist, auch in Schweden.

Zwischen 8 und 30 Prozent sollen die Zölle ausmachen, die die USA ab dem 20. März auf Stahlimporte einführen wollen. Und er soll drei Jahre lang gelten. Präsident Bush geht es darum, die eigene Stahlindustrie zu stützen, die in den letzten Jahren vor allem durch Konkurse von sich Reden gemacht hat.
Die Reaktionen kamen schnell und eindeutig. Die EU kündigte unmittelbar an, sie wolle Beschwerde bei der Welthandelsorganisation einlegen. Und in Schweden fand Handelsminister Leif Pagrotsky deutliche Worte: "Das hier ist ein Handelskrieg. Jetzt haben die USA ihre Munition in dieser Frage abgeschossen, ohne provoziert worden zu sein, in diesem Krieg haben sie uns angegriffen. Ich bedaure, dass die Zeit der verbesserten Kontakte in der Handelspolitik, die wir zwischenzeitlich hatten, jetzt zuende ist."

Zwar sind die USA nur ein kleiner Markt für den schwedischen Stahlexport. Der grösste schwedische Stahlproduzent SSAB machte im vergangenen Jahr einen Umsatz in der Grössenordnung von etwa 33 Millionen Euro. Doch in einzelnen Orten können die amerikanischen Schutzzölle zum Abbau von Arbeitsplätzen führen. Im mittelschwedischen Fagersta produziert Stainless Steel. Geschäftsführer Jan Pieters ist pessimistisch: "Das haben wir schon befürchtet, weil es schon seit einiger Zeit angekündigt war. Und das ist natürlich keine gute Nachricht, das wird unseren Export ganz eindeutig beeinflussen."

Ob oder gar wie viele Arbeitsplätze in Fagersta bedroht sind, kann Pieters heute noch nicht sagen. Vom schwedischen Finanzminister kann er vermutlich keine Unterstützung erwarten. Björn Rosengren hält es für unwahrscheinlich, dass staatliche Subventionen ausgezahlt werden. Das verhinderte vermutlich die entsprechende Gesetzgebung. Dass die EU bei der Welthandelsorganisation WTO Protest einlegt, hält er für eine schlagkräftige Massnahme. Das sei einer der Vorteile der EU-Mitgliedschaft. Schliesslich habe man es mit einem riesigen Land wie Amerika zu tun.
Und die Klagen haben nicht nur eine wirtschaftliche Seite. Sie könnten auch die Zustimmung der Verbündeten im Kampf gegen den Terrorismus bröckeln lassen. Denn nach den Anschlägen vom 11. September waren die USA zunächst einmal über alle Kritik erhaben. Diese Zeit ist jetzt vorbei.

Agnes Bührig

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