Trauerfeier für Astrid Lindgren

Heute fand die offizielle Trauerfeier für Astrid Lindgren statt. Die schwedische Öffentlichkeit nahm Abschied von der beliebten und bewunderten Kinderbuchautorin.

Eine Kombination aus alten schwedischen Beerdigungsbräuchen, Anspielungen aus dem Werk der großen alten Dame der Kinderliteratur und Verehrung prägten die Trauerfeierlichkeiten.

Zehntausende Kinder und Erwachsene säumten bei Sonnenschein und Kälte die Straßen der Stockholmer Innenstadt.

Trauerzug

Geschmückt mit roten Rosen wurde der schlichte weiße Sarg von zwei Pferden durch Stockholm gezogen. Berittene Polizisten, Dragoner und ein ungesattelter Schimmelhengst bildeten die Eskorte. Das Pferd war ein Symbol für die zahlreichen Figuren, die Astrid Lindgren geschaffen hat, und er entsprach gleichzeitig einer ländlichen Tradition, ein Pferd hinter dem Sarg herzuführen.

Viele Zuschauer äußerten sich enttäuscht darüber, dass der Zug nicht in gemessenem Schrittempo ging, sondern so schnell vorbei gehastet sei, dass sie kaum einen Blick darauf werfen konnten.

Gottesdienst

Vor der Stockholmer Domkirche, Storkyrka, in der der Trauergottesdienst stattfand, drängte sich die Menge. Die meisten mussten sich damit begnügen, auf dem Vorplatz über Lautsprecher an der Zeremonie teilzunehmen.

Neben den Angehörigen der Verstorbenen waren auch der schwedische König Carl XVI. Gustaf, Königin Silvia und Kronprinzessin Victoria zugegen. Alle 1.500 Sitzplätze der Kirche waren besetzt.

Mit dem Finger gedroht

Auf den traditionellen Gottesdienst nach dem Ritual der schwedischen Kirche folgte eine Gedenkfeier, die sicherlich nach dem Geschmack der Millionen von Verehrern der Kinderbuchautorin war. Ihre Freunde sprachen von persönlichen Erinnerungen an Astrid Lindgren und schwedische Interpreten trugen Musik vor, die in Beziehung zu Lindgrens Werk stand.

Auch Ministerpräsident Göran Persson dankte der berühmten Autorin: ”Oft hat sie Entscheidungsträgern zu denken gegeben, ihnen mit dem Finger gedroht. Sie hat für die gekämpft, die es am schwersten hatten. Kinder, Tiere und einzelne Menschen, die ungerecht und grausam behandelt worden waren.”

Nach dem Trauergottesdienst trugen die Enkel von Astrid Lindgren den Sarg aus dem Dom.

Das einfache stille Begräbnis, das die Autorin von «Pippi Langstrumpf» und anderen Kinderbuch-Klassikern sich gewünscht hat, soll in ihrem Geburtsort Vimmerby im engsten Familienkreis stattfinden. Das Datum dafür steht noch nicht fest.

Astrid Lindgren verstarb am 28. Januar im Alter von 94 Jahren.

Sybille Neveling

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