Nur Männer werden fürstlich bezahlt

Viel ist hier in Schweden diskutiert worden, über die ungleiche Bezahlung von Männern und Frauen und wie man dieser Form von Diskriminierung im Arbeitsleben abhelfen kann. An guten Vorsätzen hat’s nicht gemangelt, allein: Taten lassen weiter auf sich warten. Eigentlich sollte es nicht verwundern und doch stieß eine neue Untersuchung im Auftrag von Dagens Nyheter heute erst einmal auf Unglauben: Die Zeitung berichtet, dass selbst Vater Staat den männlichen Exemplaren unter seinen höchsten Chefs einen höheren Lohn zahlt als den Frauen, die gegen viele Widerstände bis an die Spitze aufgestiegen sind.

Es gibt eine klare politische Zielsetzung, die Lohnniveaus von Männern und Frauen in Schweden anzugleichen. Doch wenn es um die Bezahlung der Generaldirektoren öffentlicher Behörden geht, macht sich der Staat selbst der Diskriminierung schuldig. Auf dem Posten eines Behördenchefs verdient ein Mann im Schnitt rund 64 000 Kronen im Monat, so rechnet Dagens Nyheter vor, das sind rund 7 000 Euro. Und ganze 7 Prozent mehr, als die Kolleginnen in gleicher Position herausbekommen.

Und noch eine Auffälligkeit: Unter den zehn bestbezahlten Spitzenchefs im öffentlichen Dienst findet sich nur eine Frau: Anna Hedborg, die Chefin des Staatlichen Versicherungsamtes. Spitzenreiter unter den Vielverdienern ist der Leiter der Strassenbaubehörde: Ingemar Skogö kommt auf einen Monatslohn von mehr als 10 000 Euro.

Die Lohnunterschiede unter den höheren Staatsdienern ist schon früher aufgefallen. Bereits vor drei Jahren beklagte die zuständige Ministerin und oberste Behördenchefin Britta Lejon, mangelnde Transparenz in den zumeist von Männern besetzten Personalräten. Seither habe sich das Bild nicht geändert, musste Lejon heute einräumen. Und sie gelobte Besserung: Künftig müsse jede Behörde bei Ausschreibungen die ausgelobte Entlohnung öffentlich machen.

Außerdem will Lejon mehr Frauen vor allem zu Führungsposten verhelfen, die technische Qualifikationen voraussetzen. Denn bis zum heutigen Tag machen die Männer die Führungsposten bei der Luftfahrtbehörde, beim Strassenbauamt sowie bei Polizei- und Sicherheitsdiensten unter sich aus. Eine Domäne, die die Ministerin gern brechen würde.

Alexander Budde

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