Mögliche Fusion von Telia und Sonera

Eine neue nordische Telekom-Achse wird derzeit hinter verschlossenen Türen ausgebrütet. Doch der finnische Ministerpräsident Lipponen wusste mehr. Am Wochenende berichtete er in einem Interview im finnischen Rundfunk über die Fusionsgespräche zwischen der schwedischen Telekom und der finnischen Sonera.

Der ehemalige Telefonmonopolist Telia steht unter Druck. Seit das Unternehmen im Sommer 2000 mit seiner Volksaktie an die Börse ging, hat diese die Hälfte ihres Wertes verloren. Und auch Fusionsgespräche für mehr Einfluss auf dem skandinavischen Markt schlugen bisher fehl. Zuletzt hatte man über ein Zusammengehen mit dem norwegischen Telekomunternehmen Telenor gerungen. Doch bei Sonera aus Finland stehen die Chancen besser, meint Wirtschaftsexpertin Anna Trane vom schwedischen Fernsehen: "Ein Risiko besteht immer. Aber zum Unterschied zu früheren Verhandlungen, geht es jetzt um zwei Unternehmen, die an der Börse gehandelt werden und zum Teil staatlich sind. Und beide haben gesagt, dass sie den staatlichen Anteil verringern wollen. Das weist darauf hin, dass es diesmal rationaler zugeht und nationale Interessen weniger im Vordergrund stehen als beim letzten Mal. Ausserdem sind sie unterschiedlich gross, das erleichtert solche Diskussionen."

Und im Umgang mit den neuen UMTS-Lizenzen, der Option auf die 3. Generation des Mobilfunks, gab es unterschiedliche Strategien. Die schwedische Telia hielt sich bei den überteuerten europäischen Auktionen zurück und setzte stattdessen auf den nordischen Markt. Das Unternehmen besitzt in vier skandinavischen Ländern UMTS-Lizenzen. Die finnische Sonera setzte auf die neue UMTS-Technik. Als erstes Unternehmen in Europa hat sie mit dem 26. September einen konkreten Starttermin für die Inbetriebnahme des 3G-Netzes in vier finnischen Städten genannt. Wirtschaftsexpertin Trane glaubt, dass vieles für eine Fusion spricht: "Beide Unternehmen haben angekündigt, dass sie einen nordischen Partner brauchen - und den bekommen sie jetzt. Ausserdem haben sie sich gleichermassen für den Aufbau des Netzes für die 3. Mobilfunkgeneration engagiert. Das sind zum Teil grosse finanzielle Belastungen, die einen grossen Kundenkreis erfordern. Und den bekommen beide durch die Fusion."

Der Aktienmarkt reagierte bereits auf die bekannt gewordenen Verhandlungen. Am Montagmorgen legte der Kurs der Teliaaktie ein paar Kronen zu. Ein Resultat, das sich auch Sonera wünschen dürfte. Allein im dritten Quartal des letzten Jahres schloss der Konzern mit einem Verlust von 330 Millionen Euro. Von 97 Euro in seinen besten Zeiten war die Aktie am vergangenen Freitag auf 5,78 Euro gefallen.

Agnes Bührig

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