Telia und Sonera geben Fusion bekannt

Kommt sie oder kommt sie nicht? - mit Spannung hat heute die skandinavische Geschäftswelt auf einen Bescheid über das Zusammengehen der Telekomunternehmen Telia und Sonera gewartet. Am Nachmittag dann endlich die Erlösung. Der Handel zwischen Schweden und Finnen scheint perfekt.

Lange konnten die Verhandlungen geheimgehalten werden, bis am Wochenende Finnlands Ministerpräsident Paavo Lipponen die geplante Fusion von Telia und Sonera bestätigte. Doch von den Unternehmen selbst gab zunächst es keinen Kommentar. Gerüchte kursierten über eine baldige Bekanntgabe und die kam dann auch: Die schwedische Telia geht mit der finnischen Sonera zusammen. Die Atkienhalter von Telia bekommen dabei rund Zwei Drittel des neuen Unternehmens, die von Sonera das restliche Drittel.

Den Gerüchten zufolge haben die sensiblen Fragen, wie etwa wo die Konzernzentrale liegen oder wer Chef werden soll, die Bekanntgabe der Fusion verzögert. Jetzt hat man sich auf Stockholm als Firmensitz geeinigt. Der Chef des neuen Unternehmens soll von außerhalb kommen. Die Chefin von Telia, Marianne Nievert, hatte bereits zuvor angekündigt, dass sie im September dieses Jahres aufhören will. Harri Koponen von der Sonera wird stellvertretender Konzernchef werden. Beide Unternehmen wollen unter ihren alten Namen in Schweden und Finnland weiterarbeiten. Für das neue Unternehmen wird jedoch noch ein neuer Name gesucht
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Zusammen haben die beiden Unternehmen im vergangenen Jahr umgerechnet knapp 10 Milliarden Euro umgesetzt. Das neue Unternehmen hat 34.000 Angestellte. Die beiden Unternehmen rechnen mit Vorteilen in Höhe von rund 300 Millionen Euro im Kostenbereich und noch mal 100 Millionen Euro bei den Investitionen. Die Kosten der Fusion werden auf knapp 250 Millionen Euro berechnet. Kritiker bezweifeln schon jetzt, dass es tatsächlich die oben bezifferten Synergieeffekte geben wird.
Wie schwierig eine nordische Telekomfusion werden kann, hat Ende 1999 das Scheitern der Fusion von Telia mit der norwegischen Telenor gezeigt. Doch diesmal gehen selbst Skeptiker davon aus, dass das Geschäft über die Bühne geht, da es sich um die Hochzeit zweier an der Börse notierter Unternehmen handelt. Die jeweiligen Anteils des schwedischen und des finnischen Staates werden sich verringern.

Die Konzernführung erhofft sich durch die gemeinsame Nutzung von Ressourcen, das Geschäft im Norden Europas und im Baltikum zu beherrschen. Im internationalen Vergleich gehört das neue schwedisch-finnische Unternehmen jedoch weiter zur zweiten Garnitur. Das wird sich auch nicht ändern, wenn sich Telia auch noch bei der dänischen TDC einkaufen wird. Dieses Geschäft ist laut Analysten nämlich der nächste Schritt in der Expansionsstrategie der Schweden.

Dieter Weiand

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