Fusion Telia-Sonera - noch nicht ganz perfekt

Eine neue Verbindung im Bereich der Telekommunikation steht an: die finnische Sonera und die schwedische Telia werden fusionieren. Dies teilten die beiden Unternehmen am Dienstag mit. Doch noch ist die Ehe nicht vollzogen – die EU-Kommission muss erst ihre Zustimmung geben. Während sich die Freude der Aktionäre bislang in Grenzen hält, wird das Geschäft von den Regierungen in Helsinki wie in Stockholm unterstützt.

Bei Sonera wie bei Telia sprach Vater Staat als jeweils größter Eigner in den Fusionsverhandlungen ein gewichtiges Wort mit. Schwedens Finanzminister Bosse Ringholm ist optimistisch:
”Ich hoffe, dass die Fusion die beiden beteiligten Unternehmen positiv beeinflusst und dass damit auch die gesamte schwedische Wirtschaft Auftrieb erhält. Nun bekommen wir ein Unternehmen, das dank seiner Größe auf dem wichtigen Telekommunikationsmarkt schlagkräftiger agieren kann – in Nordeuropa und darüber hinaus.”
Bei Sonera und Telia rechnet man mit einem bedeutenden Wertzuwachs nicht allein durch Größe, sondern auch durch Erfahrungsaustausch und Synergieeffekte; Telia-Chefin Marianne Nivert findet vor allem die gemeinsame Weiterentwicklung im Bereich mobiles Telefonieren spannend. Der Aktienmarkt ließ sich von den lichten Zukunftsvisionen vorerst allerdings nicht beeindrucken; die Papiere von Sonera wie von Telia brachen nach Bekanntgabe der Fusionspläne ein.
Sorgen macht den Telia-Aktionären vor allem die finanzielle Situation von Sonera; von einem recht großen Kapitalbedarf wird da gemunkelt. Zu den offenen Fragen gehört auch die Zukunft von Mobilanbietern, die Sonera in armen und politisch instabilen Ländern der früheren Sowjetunion besitzt. Und die Lizenzen für die einst so viel versprechende, jetzt eher vor sich hindümpelnde UMTS-Telefonie in verschiedenen europäischen Ländern könnten ebenfalls sehr teuer werden. Hier versuchte Marianne Nivert schon abzuwiegeln:
”Sonera hat bereits entschieden, dass man für entsprechende Investitionen in Zukunft eine Obergrenze festlegen will. Ich denke, wenn diese Ausgaben vernünftig begrenzt sind und also das Firmenbudget nicht übermäßig belasten, kann man darüber reden.”
Das letzte Wort in Sachen Fusion spricht nun die EU-Kommission, und sie hat im vergangenen Jahr mehere skandinavische Elefantenhochzeiten mit Verweis auf Überlappungen in den Geschäftsbereichen der Partner vereitelt. Denn solche Überlappungen mindern die Konkurrenz und schaden den Kunden. Doch Telia und Sonera haben bisher nur wenig im Revier des jeweils anderen gejagt. Die Traumpartner können also recht guter Hoffnung sein.

Anne Rentzsch

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