Aktionäre kritisieren Ericsson

Etwa 2 000 Personen hatten sich eingefunden zur Jahreshauptversammlung des Telekomausrüsters Ericsson gestern in der Stockholmer Mehrzweckhalle Globen. Vor dem Hintergrund saftiger Verluste im vorigen Jahr war von den Aktionären nichts Gutes zu erwarten. Die Kritik, besonders von Seite der ausländischen Eigner fiel dann noch härter aus als erwartet.

Mit einem Verlust von 30 Milliarden Kronen und 22 000 Beschäftigten weniger war der Telekomausrüster ins neue Jahr gestartet. Auftrags-und Markteinbrüche, besonders in den USA werden als Ursache angegeben. Vor allem Ericssons Handystrategie hatte versagt. Das schwedische Unternehmen war weit hinter seinem finnischen Konkurrenten Nokia zurückgeblieben. Anzeichen für eine Trendwende sehen weder Konzernchef Kurt Hellström noch der neue Vorstandsvorsitzende Michael Treschow, jedenfalls noch nicht in diesem Jahr. Im Mobilfunkgeschäft rechnet das Unternehmen mit einem 10% Rückgang. Neue Einsparungen und Personalkürzungen werden als sehr wahrscheinlich angesehen.

Zum Trost hatte Konzernchef Hellström lediglich vorzubringen, dass die Lage bei der Konkurrenz nicht besser sei. Ein Argument, bei dem die Vertreterin der deutschen Fondsgesellschaft DWS, Britta Unterberg, Veto einlegte. Ericsson sei nicht nur hinter Nokia weit zurückgeblieben, sondern habe generell Vertrauen auf dem Markt verloren. Unterberg kritisierte stark die Zusammensetzung des Vorstands und die Tatsache, dass die Wallenberggruppe und Handelsbanken mit nur 8 % der Aktien 80% der Stimmen innehaben. Die Vertreterin des deutschen Eigners sprach für das in Europa übliche Prinzip aus, alle Aktien mit demselben Wert zu verknüpfen. Dadurch bekämen größere, ausländische Eigner einen größeren Einfluss auf die Entwicklung bei Ericsson, erklärte die Interessenvertreterin der deutschen Fondsgesellschaft.

Die Begeisterung der Großaktionäre von Ericsson hielt sich in Grenzen. Vorstandsmitglied Tom Hedelius erklärte im Namen seiner Eigner, er habe keinerlei Absichten, auf die wertvollen A-Aktien zu verzichten.

Gundula Adolfsson

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