Svenskarnas parti och partiledaren Stefan Jacobsson. Foto: Fredrik Persson/TT
Partei der Schweden bei einer ihre zahlreichen Kundgebungen (Foto: Fredrik Persson/TT)

Partei der Schweden schmeißt das Handtuch

"Keinen bleibenden Eindruck hinterlassen"
3:12 min

Überraschend hat die rechtsradikale „Partei der Schweden" (Svenskarnas parti) ihre Auflösung bekannt gegeben. Am Sonntagabend machte die Partei auf ihrer Homepage die Wahlschlappe im vergangenen Herbst für den Entschluss verantwortlich.

10.000 Stimmen bei der Parlamentswahl sollten es werden. Doch letztlich machten nur 4.400 Wähler ihr Kreuz bei der Partei, deren feste Überzeugung es ist, dass „ein ethnisches schwedisches Schweden wiederhergestellt werden kann", wie noch heute auf der Homepage zu lesen ist. Nicht ein einziges Mandat konnten die Rechtsradikalen ergattern, frühere Mandate gingen verloren. Der nächste politische Schritt sei damit ausgeschlossen gewesen, schreibt die Parteispitze. Nun also ist Schluss.

Für viele Beobachter kam die Auflösung der Partei der Schweden plötzlich. So erklärt Anna-Sofia Quensel, die bei der Anti-Rassismus-Stiftung Expo für die Untersuchung rechtsextremer Bewegungen zuständig ist gegenüber Radio Schweden: „Der Niedergang war nach der Wahl offensichtlich. Die Partei war deutlich weniger aktiv. Auf der Homepage gab es weniger Updates, ihre Online-Zeitung wurde eingestellt, das hat sich also angebahnt. Doch dass es dann so schnell gehen würde, hat uns schon überrascht."

Neonazis sind Gewinner

Die Enttäuschung über die verlorene Wahl ist aber nur ein Aspekt, betont Historikerin Helene Lööw, die sich auf rechtsradikale Bewegungen in Schweden spezialisiert hat. Auch die ideologischen Gegensätze innerhalb der Neonazi-Szene hätten die Partei letztlich zermürbt, so Lööws Theorie.

Die Schwedische Widerstandsbewegung (Svensk motståndsrörelse), die lange für eine gemeinsame nationalsozialistische Partei geworben habe, sei dabei als Sieger hervorgegangen - und wird eine neue Heimstatt für die ehemaligen Mitglieder der Partei der Schweden sein, mutmaßt die Historikerin im Schwedischen Rundfunk.

„Ein Teil wird sich der Schwedischen Widerstandsbewegung anschließen, ein Teil hat dies vermutlich bereits getan. Wieder andere werden sich eher in Projekten oder Gedankenschmieden engagieren. Und einige werden eine Auszeit nehmen und über ein mögliches Comeback zu einem späteren Zeitpunkt nachdenken."

Diese Meinung teilt Anna-Sofia Quensel von der Stiftung Expo. „Ob eine ganz neue Organisation entsteht, bleibt abzuwarten. Irgendetwas aber wird sich tun. Diesen Gruppierungen bleiben ja immer noch die sozialen Medien, über die sie sich organisieren können."

Gerät bald in Vergessenheit

Auch wenn die Partei der Schweden seit 1994 unter verschiedenen Namen in der schwedischen Politik aktiv war, so seien die letzten Erfolge vor allem dem Vormarsch der rechtspopulistischen Schwedendemokraten geschuldet gewesen, die sich das Thema Einwanderung und Integration auf die Fahnen geschrieben haben, betont Quensel. Tiefere Spuren werde die Partei der Schweden in der politischen Landschaft nicht hinterlassen, so die Expertin.

„Die Fremdenfeindlichkeit hat in gewisser Weise zugenommen, und auf dieser Welle ist die Partei lange mitgeschwommen. Doch ich denke nicht, dass sie einen bleibenden Eindruck hinterlassen wird."

Grunden i vår journalistik är trovärdighet och opartiskhet. Sveriges Radio är oberoende i förhållande till politiska, religiösa, ekonomiska, offentliga och privata särintressen.
Du hittar dina sparade avsnitt i menyn under "Min lista".