Informationsgesellschaft

Schweden stoppt Übergang zum Digitalradio

Schweden stoppt die Umschaltung des herkömmlichen Rundfunknetzes auf Digitalradio.

Es bestünden zu viele Unklarheiten für eine Umstellung, schreibt Kulturministerin Alice Bah Kuhnke in einem Gastbeitrag für die Zeitung Svenska Dagbladet. Ein wichtiger Einwand gegen die digitale Übertragungstechnik DAB+ sei, dass im Katastrophenfall wichtige Mitteilungen womöglich nicht die gesamte Bevölkerung erreichen würden. Auch im besten Falle sei es zu unsicher, ob mit Digitalfunk das gesamte Land abgedeckt werden könne, so Bah Kuhnke.

Die Radiodigitalisierung sollte im kommenden Jahr in Schweden in Angriff genommen werden. Auf dem Parteitag der Regierungspartei der Grünen hatte sich die Mehrheit der Funktionäre vor knapp zwei Wochen aber gegen die Einführung von DAB+ ausgesprochen. Auch Instanzen wie der Rechnungshof hatten die Abschalten des FM-Rundfunknetzes zugunsten von DAB+ kritisiert.

Statt des Überganges werde man in Schweden nun die Entwicklung im Nachbarland Norwegen abwarten, so die Kulturministerin. Dort wird das Rundfunknetz 2017 abgeschaltet und komplett von Digitalsendungen ersetzt werden.