Hintergrund - Konfrontation mit Russland

Russische Kampfjets schießen mit Hitzefackeln

2:40 min

Russische Militärflugzeuge treten bei Zusammentreffen im Ostseeraum zunehmend bedrohlich auf.

Mehrmals sollen Flugzeuge der russischen Luftwaffe schwedische Kampfjets mit Täuschkörpern, sogenannten Flares, beschossen haben, sagte Micael Bydén, Befehlshaber der schwedischen Luftstreitkräfte, im Interview mit Radio Schweden.

„Zwei unserer Gripen-Jets hatten im letzten August in internationalem Luftraum zu einem russischen Transporter aufgeschlossen, um diesen zu identifizieren. Da wendete das Transportflugzeug plötzlich und schoss zwei Hitzefackeln ab, eine davon schlug auf einem Gripen auf. Das hätte übel ausgehen können, diese Fackeln werden nämlich zusammen mit einem Metallbehälter abgeschossen. Wir befürchten, dass mit solchen Aktionen die Flugsicherheit gefährdet wird.“

Hitzefackeln gefährlich nahe

Laut Bydén hat es noch weitere vergleichbare Vorfälle gegeben, dazu wollten die Streitkräfte aber keine näheren Auskünfte geben. Solche Flares werden üblicherweise als Täuschung eingesetzt, um herannahende Missile abzulenken. Schwedische Flieger würden solche Hitzefackeln niemals derart nahe an anderen Flugzeugen einsetzen, sondern nur in abgegrenzten gesicherten Gebieten, betont Bydén.

Seit einiger Zeit schon würden die schwedischen Streitkräfte mitverfolgen, wie Russland im internationalen Luftraum über der Ostsee die Muskeln spielen lasse. Militärjets, die mit ausgeschaltetem Empfänger flögen und so von der zivilen Luftüberwachung schwer zu entdecken seien. Kampfflugzeuge, die mit den Militärjets anderer Länder auf nur wenige Meter auf Tuchfühlung gingen. Derartige Flugmanöver zeugten von einer Aggressivität, die es seit dem Kalten Krieg nicht mehr gegeben habe, so der Luftwaffenbefehlshaber.

„Es gibt zwar keine offiziellen Richtlinien dafür, wie weit man sich anderen Militärflugzeugen nähern darf. Näher als 50 Meter sollten es aber nicht sein. Schweden und andere Länder halten sich daran, nicht aber Russland.“

Draufgängerische Manöver

Die draufgängerischen Manöver der russischen Piloten könnten viele Gründe haben, so Bydén. Zu wenig Vorsicht und schlechte Beurteilung der Lage möglicherweise. Oder aber es geschehe bewusst und auf Befehl von oben hin. Darüber ließe sich nur spekulieren, so der schwedische Luftwaffenchef.

„Auch andere Länder beobachten immer häufiger ein solches Verhalten seitens der russischen Luftwaffe. Die risikoreichen Manöver sind also nicht nur einzig und allein gegen Schweden gerichtet. Die Staaten, die in der Luft militärisch präsent sind, erleben häufig solche Konfrontationen.“

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