Verbindung zwischen Dänemark und dem gelobten Land Schweden: Öresundbrücke (Foto: Karin Olsson Bendix/Sveriges Radio)
Verbindung zwischen Dänemark und dem gelobten Land Schweden: Öresundbrücke (Foto: Karin Olsson Bendix/Sveriges Radio)
Flüchtlingskatastrophe

Überraschende dänische Entscheidung

Die aus Deutschland kommenden Asylsuchenden, die darauf bestanden haben, ohne Registrierung über Dänemark nach Schweden weiterzureisen, haben freies Geleit nach Schweden bekommen.

Sie müssen lediglich den Pass oder Personalausweis vorlegen. An die 200 bis 300 Asylsuchende, die in Rødby in polizeilich bewachten Zügen ausgeharrt hatten, sind nach Angaben des dänischen Fernsehsenders TV2 bereits nach Schweden weitergereist. Privatpersonen führen „im Pendelverkehr“ zwischen beiden Ländern hin und her, um die Asylsuchenden im eigenen PKW zu transportieren. Die Privatpersonen müssen allerdings mit juristischen Konsequenzen rechnen. Laut der schwedischen Nachrichtenagentur TT sind mehrere Personen seit Mittwochabend an der Öresundbrücke wegen das Verdachts auf Menschenschmuggel festgenommen worden. Ihnen drohen Gefängnisstrafen.

Überraschende Entscheidung

Die Entscheidung der dänischen Polizei, die Bewachung der Asylsuchenden einzustellen und ihnen freies Geleit zu gewähren, war überraschend gekommen und läuft der Dublin-Verordnung zur Registrierung Asylsuchender im Ankunftsland entgegen. Noch am Mittwoch hatte es von Seiten der dänischen Regierung geheißen, ein Sonderabkommen zwischen Dänemark und Schweden über das Aussetzen der Dublin-Verordnung sei aufgrund der Ablehnung durch Schweden nicht möglich. Das schwedische Migrationsministerium hatte seinerseits erklärt, der Regierung in Stockholm seien die Hände gebunden, da in Schweden die Migrationsbehörde für entsprechende Beschlüsse zuständig sei.

"Ordentliche Zustände"

Zuvor hatte bereits Schwedens Ministerpräsident Stefan Löfven deutlich gemacht, dass sein Land an Dublin festzuhalten gedenke. Die bestehenden gemeinsamen Regeln seien dazu da, „ordentliche Zustände“ aufrechtzuerhalten.

Grunden i vår journalistik är trovärdighet och opartiskhet. Sveriges Radio är oberoende i förhållande till politiska, religiösa, ekonomiska, offentliga och privata särintressen.
Du hittar dina sparade ljud i menyn under Min lista