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Bis zum Winter soll der erste Flug stattfinden können, verspricht Refugee Air Foto:Jan Collsiöö

Schwedische Flüchtlings-Airline geplant

2:31 min

Eine neue schwedische Initiative will syrische Flüchtlinge sicher per Flugzeug nach Schweden ausfliegen.

Die Aktion nennt sich „Refugee Air“ und verhandelt derzeit mit den Fluglinien SAS und Norwegian. Mit der Aktion soll erreicht werden, dass Asylbewerber nicht mehr die lange und gefährliche Fluchtroute nach Europa antreten müssen.

Fluglinien weisen alle Asylbewerber ab

Bislang lehnen die Fluggesellschaften den Transport von Asylbewerbern nach Schweden oder Deutschland ab. Hintergrund ist eine umstrittene EU-Richtlinie, laut der die Airlines dafür haften müssen, wenn ihre Passagiere im Zielland abgewiesen werden. Die Fluglinien müssen in solchen Fällen die Kosten für den Aufenthalt und Rückflug der Flüchtlinge zahlen. Aus diesem Grund sind die Fluglinien gezwungen, vorsorglich alle Passagiere, die kein Visum haben und die im Zielland Asyl beantragen wollen, abzuweisen.

Laut Emad Zand von der Initiative „Refugee Air“ gibt es aber bereits heute legale Wege via Flugzeug: „Haben die Fluggäste ein legitimes Anrecht auf Asyl, dann darf man sie auch transportieren. SAS könnte dies heute bereits machen, ohne dass dafür irgendwelche Gesetze geändert werden müssten.“

Passagierlisten als Hintertür

Schweden und auch Deutschland sichern generell allen Flüchtlingen des syrischen Bürgerkriegs einen Anspruch auf Asyl zu. Emad Zand und seine Mitstreiter wollen den Fluglinien die Angst vor dem Transport ebendieser Flüchtlinge mit legitimen Asylgründen nehmen. In Zusammenarbeit mit Menschenrechtsorganisationen in der Türkei und Jordanien wollen sie Passagierlisten erstellen und diese anschließend den Airlines zur Verfügung stellen. Sollte der Passagier später trotz aller Vorkehrungen dann doch kein Asyl erhalten und die Airline für die Kosten aufkommen, will die Initiative finanziell einspringen:

„Das Risiko für Strafzahlungen wird stark verringert, wenn schon viel Vorarbeit vor dem Flug geleistet wurde. Wenn SAS dann doch Strafe zahlen muss, dann übernehmen wir das. Wir verstehen, dass die Fluglinien keinerlei finanzielle Risiken eingehen wollen. Wir sind bereit, diese Risiken für sie zu übernehmen. Denn jeden Tag sterben dort Menschen.“

Erster Flug noch vor dem Winter geplant

„Refugee Air“ führt derzeit Verhandlungen mit der skandinavischen Airline SAS. Sollte keine Partnerschaft zustande kommen, werde die Initiative selbst eine Maschine Chartern und syrische Flüchtlinge ausfliegen, um so den Fluglinien zu demonstrieren, dass dies voll und ganz möglich sei, so Zand.

Für die Flugtickets sollen die Flüchtlinge selbst aufkommen, was für sie auch um einiges billiger ist, als teure zwielichtige Schlepperbanden zu bezahlen. Die Organisation selbst arbeitet ideell und ohne Gewinn. Bis der erste Schnee über Stockholm fällt, werde das erste Flugzeug Flüchtlinge in Sicherheit gebracht haben, verspricht „Refugee Air“.

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