Fähre Schweden (Foto: Stena Line)
Bringt Asylsuchende nach Schweden (Foto: Stena Line)
Flüchtlingskatastrophe

Erleichterung bei Ankunft in Schweden - und Verwirrung um Registrierung

Zahlreiche Asylsuchende kommen seit Donnerstag aus Deutschland vor allem mit Fähren nach Schweden. 

Zwar kommen nach wie vor die meisten von ihnen in Malmö an, berichtet der Schwedische Rundfunk unter Berufung auf die Einwanderungsbehörde. Mehrere hundert Asylsuchende sind jetzt aber auch mit Fähren nach Göteborg und Trelleborg unterwegs beziehungsweise bereits in den dortigen Häfen eingetroffen.

"Logistik muss klappen"

Mehrere Menschen wollen von Schweden weiter nach Norwegen oder Finnland. Zu denjenigen, die in Schweden Asyl beantragen wollen, gehört Tarek Alusayek aus dem syrischen Damaskus. "Ich bin froh und dankbar. Jetzt ist meine gesamte Familie in Sicherheit", sagte er dem Schwedischen Rundfunk. Nach der gefahrvollen Reise unter anderem in einem kleinen Boot im Mittelmeer hatte er auf der Stena Line-Fähre erstmals wieder die Nacht in einem Bett verbringen können. Dass die Fährlinie die Asylsuchenden auf diese Weise unterstütze, sei selbstverständlich, sagte Vize-Konzernchef Jonas Mårtensson: "Alle sind an Bord willkommen. Das ist unsere wichtigste Botschaft. Wir halten es für sehr wichtig, Teil eines funktionierenden Logistik-Flusses zu sein, damit die Menschen zur Ruhe kommen können."

Asylsuchende drohten mit Sprung von Fähre

Am Donnerstagabend hatte es nach Berichten der Nachrichtenagentur TT Zwischenfälle im Hafen von Trelleborg gegeben. Küstenwache und Rettungsdienst hatten gerufen werden müssen, nachdem Asylsuchende gedroht hatten, von der Fähre ins Wasser zu springen. Anlass war laut einem Sprecher der Küstenwache die Furcht, in Schweden registriert zu werden. Die Betreffenden gaben als Ziel stattdessen Norwegen oder Finnland an. Ein Sprecher der Einwanderungsbehörde sagte TT, man zwinge niemanden, Fingerabdrücke zu hinterlassen oder in Schweden um Asyl anzusuchen. Man versuche, "menschlich zu handeln". Wie die Gerüchte über erzwungene Registrierungen entstanden seien, könne er nicht sagen.

Kundgebungen für sicheres Reisen nach Schweden

Für das Wochenende sind landesweit Solidaritätsaktionen für die Asylsuchenden geplant. So will das Netzwerk "Gemeinsam in Göteborg" am Samstag auf dem Göteborger Järntorget eine Kundgebung abhalten. Eine der Hauptforderungen ist es, Asylsuchenden eine sichere Einreise, so per Flug, nach Schweden zu ermöglichen.

 

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