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Hintergrund: Artenschutz

4.000 Euro für einen Specht

Publicerat fredag 25 september 2015 kl 10.50
Preisliste für mehrere hundert Tier- und Pflanzenarten
(3:54 min)
Vitryggig hackspett. Foto Sture Westerberg.
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Seltener Vogel: Weißrückenspecht (Foto: Sture Westerberg)
Teil einer Samlung von Vogeleiern, für die die finnische Staatsanwaltschaft hohe Schadenersatzforderungen verlangte. Foto: Ida-Maria Björkqvist/YLE
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Teil einer Samlung von Vogeleiern, für die die finnische Staatsanwaltschaft hohe Schadenersatzforderungen verlangte. Foto: Ida-Maria Björkqvist/YLE
Anders Holmlund, Polizist in Arjeplog inspiziert einen Nistkasten, den menschliche Eierdiebe aufgehängt haben. Die Vogeldiebe kontrollieren, ob eine geschützte Art dort nistet und stielt das Nest und die Eier für Sammler. (Foto: Ulf Larsson/Sveriges Radio)
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Anders Holmlund, Polizist in Arjeplog inspiziert einen Nistkasten, den menschliche Eierdiebe aufgehängt haben. Die Vogeldiebe kontrollieren, ob eine geschützte Art dort nistet und stielt das Nest und die Eier für Sammler. (Foto: Ulf Larsson/Sveriges Radio)

Mehrere schwedische Behörden durchleuchten im Auftrag der Regierung Möglichkeiten, geschützte Tier- und Pflanzenarten effizienter zu schützen. Verstöße gegen das Jagdgesetz und den Artenschutz könnten in Schweden demnächst nach Preisliste mit Schadenersatz belegt werden.

Anders Holmlund ist Polizist im nordschwedischen Arjeplog und ermittelt dort unter anderem in Fällen von Vergehen gegen das Jagdgesetz und den Artenschutz. Er schaut nach Finnland hinüber und befürwortet eine Art Preisliste für mehrere hundert wichtige Tier- und Pflanzenarten.

„Der Vorteil wäre, dass ich bei Kontakten mit der Staatsanwaltschaft auf einen konkreten Wert eines Tieres hinweisen kann. Ich glaube, meine Chefs würden mir dann eher die nötige Zeit einräumen, um diese Art von Kriminalität zu bekämpfen“, erklärt er im Schwedischen Rundfunk. „Und ich würde auch mehr Hinweise aus der Öffentlichkeit erhalten, wenn die Leute wüssten, wieviel so ein Tier kostet.“

Finnisches Vorbild

In Finnland hat die Staatsanwaltschaft eine Art Preisliste für mehrere hundert Tier- und Pflanzenarten.

Wenn in Schweden jemand beim Stehlen von Vogeleiern, Pflücken von Pflanzen unter Naturschutz oder dem Abschuss nicht jagdbarer Tiere ertappt wird, kann die staatliche Naturschutzbehörde Forderungen stellen. Das tut sie aber nur selten. Sie priorisiere solche Fälle nicht, teilt die Behörde mit.

Christer B Jarlås, Staatsanwalt für Umweltkriminalität, würde gern ein ähnliches Preissystem wie in Finnland sehen:

„Ich finde schon lange, dass es merkwürdig ist, wenn der Staat, die Gesellschaft, die in solchen Fällen ja ein Recht auf einen Schadenersatz hat, keine Entschädigung fordert“, erklärt der Jurist.

Natur hat ihren Preis

 

Auch das schwedische Zentralamt für Landwirtschaft ist an der Erarbeitung neuer, besserer Methoden zum Schutz wilder Arten beteiligt. Michael Diemer nimmt an den gemeinsamen Beratungen teil. Davon, dass die Möglichkeit eines Schadenersatzes in Artenschutzprozessen in Schweden bisher ausgenutzt worden ist, hat er nichts gehört. Es handelt sich um Strafprozesse.

„Der Staatsanwalt argumentiert normalerweise vor Gericht und dann bekommt der Angeklagte ein Urteil wegen Verstoßes gegen das Gesetz zum Artenschutz. Die Strafskala reicht zwar bis zu vier Jahren Gefängnis, die sind aber noch nie verhängt worden. Die maximale Strafe sind entsprechend anderthalb Jahre Gefängnis gewesen.“

Die finnische Preisliste betrachtet Michael Diemer als ein sehr konkretes Beispiel um den Wert eines Tieres oder einer Pflanze anschaulich zu machen:

 

Wert für die Gesellschaft

 

„Man guckt da, wieviel Geld der finnische Steuerzahler investiert hat, um diese Art für die Nachwelt zu bewahren. Hinzu kommen verschiedene biologische Parameter mit ein. Es spielt eine Rolle wieviel Anstrengungen man gemacht hat, indem man bestimmte Gebiete unter Schutz stellt und so weiter.“

Mit einer solchen Preisliste, so Diemer kann man Laien deutlich machen, wie wertvoll ein bestimmtes Tier oder eine Pflanze ist. Wer also etwa einen der seltenen Weißrückenspechte oder dessen Eier stiehlt, muss eine Strafe von 4.037 Euro berappen. Ein Igel hat einen Richtwert von 101 Euro.

Nachteil einer Liste kann aber auch sein, dass Menschen, die gegen das Artenschutzgesetz verstoßen, gleich ausrechnen können, ob es sich auch lohnt.

 

Bessere Koordination bei Behörden

Im Dezember 2015 präsentieren die beauftragten schwedischen Behörden der schwedischen Regierung ihre Vorschläge zur Bekämpfung von Artenschutzverbrechen. Worin diese Vorschläge konkret bestehen werden, wissen die Experten noch nicht genau, aber Michael Diemer hat so seine Vermutungen:

„Ein gleichmäßiges Ambitionsniveau bei den zuständigen Behörden. Mehr Information für die Öffentlichkeit. Änderungen in den jetzigen Gesetzestexten. Wir untersuchen viele grundverschiedene Maßnahmen.“

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