Katastrophenzelt des MSB (Foto: MSB.)
Katastrophenzelt des MSB (Foto: MSB.)
Flüchtlinge

Flüchtlingszeltlager in Südschweden geplant

"Prinzipiell mehr als 35.000 Schlafplätze"
3:07 min

Schweden plant erstmals mit der Errichtung eines Flüchtlingszeltlagers.

Die ersten Zelte könnten bereits Anfang nächster Woche in Südschweden aufgestellt werden, bestätigt Ann-Charlotte Zackrisson von der Behörde für Krisenbereitschaft (MSB) im Schwedischen Fernsehen.

„Dies ist wirklich der absolut letzte Ausweg. Behörden und Privatleute im ganzen Land tun ihr Bestes, um Wohnalternativen für die Asylsuchenden zu finden. Die Zelte sind die letzte Option; es ist auch angedacht, dass Asylsuchende nur bis zu drei Tage dort leben sollen.“

"Prinzipiell mehr als 35.000 Schlafplätze"

Revingehed, nahe einem Militärübungsplatz in der Nähe von Lund in Südschweden gelegen, könnte ab nächster Woche Standort für die neue Zeltstadt werden. Der MSB habe alle Vorbereitungen getroffen und warte nur noch auf das Startsignal seitens der Provinzialregierung von Skåne, wo der Bedarf für ein solches Auffanglager am größten sei, so Zackrisson.

Zunächst 375 Asylbewerber könnten in Zelten untergebracht werden. Seitens des MSB wird aber betont, dass hier noch nicht Schluss sein muss. Zelte für 1.000 Menschen hat der MSB derzeit auf Lager, die Katastrophenhelfer prüfen weitere Anschaffungen. Ein Mitarbeiter der Migrationsbehörde sagte gegenüber der Nachrichtenagentur Reuters, dass prinzipiell mehr als 35.000 Schlafplätze in solchen Zelten eingerichtet werden könnten. Laut Schätzungen der Behörden könnten in diesem Jahr bis zu 150.000 Menschen in Schweden Asyl beantragen.

"Stopp im Asylsystem"

„Es geht bei den Zelten zu großen Teilen darum, den Durchgang im Asylsystem zu verbessern“, so Ann-Charlotte Zackrisson von der Behörde für Krisenbereitschaft. „Es kommen unglaublich viele Menschen jeden Tag nach Schweden. In Zeltlagern sollen sie nur eine kurze Zeit bleiben, bevor sie weiter zu einem Asylwohnheim oder anderen Unterkünften ziehen. Was die erste Ankunftszeit in Schweden betrifft, haben wir einen Stopp im System, den wir lösen müssen. Es ist so schwer vorherzusehen, wie viele Menschen jeden Tag nach Schweden kommen. An manchen Tagen sind es 900, an anderen 1.700.“

Die Flüchtlingszelte sind grundsätzlich für Katastropheneinsätze konzipiert. Mehrere der Zelte kamen beispielsweise bei der Taifun-Katastrophe auf den Philippinnen 2013 zum Einsatz. Auf 25 Quadratmetern sollen bis zu fünf Personen Platz finden. Die Zelte sind beheizt und wintertauglich mit Doppelzeltwänden und können in Schlaf- und Wohnraum abgetrennt werden.

Hoher Wohnstandard im Zelt?

„Wir beim MSB arbeiten auch in anderen Teilen der Welt mit Flüchtlingen. Unsere Mitarbeiter befinden sich in der Türkei, im Libanon und Jordanien. Im Vergleich dazu, wie es dort aussieht, haben die Zeltlager, die wir in Schweden bauen können, einen völlig anderen Standard. Über einen kürzeren Zeitraum ist der Lebensstandard in solchen Zelten völlig akzeptabel. Es gibt Gemeinschaftsräume und Spielecken für Kinder. Wir tun alles, was wir können, um einen so hohen Wohnstandrad wie möglich zu erreichen.“

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