Tryckt stämning efter branden i Furulidsskolan. Foto: Muhamed Ferhatovic
Einhundert Plätze für Flüchtlinge gingen buchstäblich im Rauch auf (Foto: Muhamed Ferhatovic/Sveriges Radio)
Brennende Asylbewerberheime

Polizei verstärkt Überwachung von Flüchtlingsunterkünften

"Keine Brandstiftung wird die Flüchtlingsaufnahme verhindern"
3:26 min

Nach dem dritten Brand eines als Flüchtlingsunterkunft gedachten Hauses innerhalb nur einer Woche hat die Polizei stärkere Kontrollen angekündigt.

Auch der Staatsschutz Säpo verfolgt die Ermittlungen. Noch ist jedoch nicht bestätigt, ob die verheerenden Feuer auf das Konto von Brandstiftern gehen. In den betroffenen Kommunen suchen die Verantwortlichen nun Hände ringend nach neuen Schlafplätzen für Flüchtlinge.

Das alte Schulgebäude im südschwedischen Dorf Vallda im Gemeindebezirk Kungsbacka brannte in der Nacht auf Sonntag komplett aus. Alles war bereits für einhundert Flüchtlinge vorbereitet. In der Nachbarschaft reagiert man mit Bestürzung auf die Zerstörung. 

„Es ist zum Heulen“, sagt Marianne Forsmark im Schwedischen Rundfunk. „Ich bin völlig am Ende.“ Und Mariannes Mann Tomas Forsmark meint: „Ich bin schockiert, aber auch zornig. Wenn das wirklich Brandstiftung war, bin ich richtig sauer. Dass es Leute gibt, die sich so benehmen!“ 

„In Rauch aufgelöst“ 

Erschüttert ist auch Ann-Charlotte Järnström, Direktorin der Kommune Kungsbacka. Im Schwedischen Fernsehen betonte sie, es habe keinerlei Drohungen gegen eine der bereits existierenden Flüchtlingsunterkünfte in der Kommune gegeben. Es sei sehr ernst, wenn sich bestätigen sollte, dass jemand absichtlich Räumlichkeiten der Gemeinde beschädigt habe. 

„Es geht um sehr viel Geld, sowohl für die Immobilie als auch für das Inventar. Dann engagieren sich viele in unserer Kommune ehrenamtlich, um die Flüchtlingsunterkunft bewohnbar zu machen, für sie ist das jetzt schlimm. Außerdem haben wir der Migrationsbehörde versprochen, einhundert Plätze zur Verfügung zu stellen, doch die haben sich ja nun im wahrsten Sinne in Rauch aufgelöst.“ 

Von Bränden nicht hindern lassen

Nun müssten schnellstmöglich neue Unterbringungen aufgetrieben werden, so die Gemeindedirektorin.

Im nordschwedischen Umeå reagiert man ebenfalls auf die drei Brände in der vergangenen Woche. Bis Ende dieser Woche sollen 150 Plätze für Flüchtlinge bereitgestellt sein, doch wo genau das sein wird, wollen die Verantwortlichen der Stadt so lange wie möglich geheim halten - aus Sorge um die Flüchtlinge, aber auch um das Personal und alle freiwilligen Helfer. 

Innenminister Anders Ygeman ließ keinen Zweifel daran, dass er unabhängig von der steigenden Zahl der Brände auf die Bereitschaft der Kommunen zähle. „Keine Brandstiftung wird die Gemeinden daran hindern, Flüchtlinge aufzunehmen“, erklärte der Minister im Schwedischen Fernsehen. 

„Gesamte Gesellschaft ist gefragt“ 

Die Polizei kündigte inzwischen an, ihre Kontrollen der Flüchtlingsunterkünfte zu verschärfen. Der oberste Chef der Polizeibehörde, Dan Eliasson, sagte: „Wir werden mehr Streife fahren als bisher. Mein Aufruf gilt aber auch der Allgemeinheit: Wenn man etwas Auffälliges beobachtet oder etwas über geplante Brände weiß, sollte man die Polizei anrufen. Die Ermittlungen wegen des Verdachts auf Brandstiftung laufen auf vollen Touren und unsere Sicherheitsmaßnahmen sind deutlich verschärft. Es reicht aber nicht aus, sich einfach auf die Polizei zu verlassen. Die gesamte Gesellschaft ist jetzt gefragt.“ 

Auf die Frage der Fernsehmoderatorin, ob denn die Sicherheit derjenigen, die in Schweden Schutz suchten, gewährleistet werden könne, antwortete Innenminister Ygeman selbstbewusst: „Ja, das können wir. Wir haben gut 8.000 Flüchtlingsunterkünfte in Schweden, da müssen wir also sehr aufmerksam sein. Und wir müssen kontrollieren, ob zwischen den Bränden ein Zusammenhang besteht und ob dahinter schlechte Absichten stecken.“

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