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Absperrungen am Tatort (Foto: Margaretha Valdemarsdotter/Sveriges Radio)
Absperrungen am Tatort (Foto: Margaretha Valdemarsdotter/Sveriges Radio)
Sicherheit von Asylbewerbern

Brennende Heime, unklare Zuständigkeiten

„Das Einwanderungsamt hat uns gesagt, die würden das lösen“
3:03 min

Nach einem weiterem Brand in einer Asylunterkunft schieben sich Polizei, Kommunen und Einwandereramt gegenseitig die Verantwortung für die Sicherheit zu.

Nachdem in der vergangenen Woche in mehreren für die Aufnahme von Asylbewerbern vorgesehen Gebäuden Brände ausgebrochen waren, ist am Dienstagmorgen eine bewohnte Einrichtung im südwestschwedischen Munkedal niedergebrannt.

Die Asylbewerber konnten rechtzeitig evakuiert werden, sodass niemand schwer verletzt wurde. Mehrere Personen hätten aber Rauch eingeatmet, berichtet die Nachrichtenagentur TT unter Berufung auf die Polizei. Demnach sind Ermittlungen wegen des Verdachts auf Brandstiftung eingeleitet worden. Der Brand habe nicht "auf natürliche Art begonnen", sagte eine Polizeisprecherin.

Gemeinderat: Das Einwanderungsamt übernimmt

Åsa Karlsson, Gemeinderätin in Munkedal, reagiert auf die Frage der Brandstiftung mit Unruhe: ”Das ist eine schlimme Sache“, sagte sie dem Schwedischen Rundfunk. „Wir müssen jetzt darüber beraten, wie man die Sicherheit von Asylunterkünften organisieren kann – wenn sich zeigen sollte, dass es Brandstiftung war.“

Karlsson teilte mit, dass es vor dem Brand keine Drohungen gegeben habe. Die Bewohner der Asylunterkunft gingen in die Obhut des Einwanderungsamtes über: „Das Einwanderungsamt organisiert das gerade, und wir haben Backup-Möglichkeiten, falls das nicht klappt, wir würden die Leute dann in Notunterkünften einquartieren. Aber das Einwanderungsamt hat uns gesagt, die würden das lösen.“

Einwanderungsamt: Polizei für Sicherheit verantwortlich

Das Einwanderungsamt bezeichnete den Vorfall als unakzeptabel. Die Verantwortung für die Sicherheit in den Asyleinrichtungen obliege vor allem der Polizei, sagte der Pressechef des Amtes, Fredrik Bengtsson. Selbstverständlich arbeite man aber mit der Polizei zusammen.

Polizei: Kommunen und Einwanderungsamt verantwortlich

Die Polizei hingegen betont, dass die Verantwortung für die Sicherheit von Asyleinrichtungen nicht der Polizei aufgebürdet werden dürfe. Der Leiter der Polizeieinsatzkräfte, Stefan Hector, sagte der Nachrichtenagentur TT, dass die Kommunen selbst und auch das Einwanderungsamt dafür zu sorgen hätten, dass die Asylunterkünfte sicher seien. Die Polizei solle auf Notrufe ausrücken und Verbrechen aufklären. Eine präventive Arbeit zur Sicherung der bestehenden etwa 8.000 Unterbringungsplätze erfordere aber mehr Ressourcen, als die Polizei bieten könne.

Wie die Sicherheit von Asylbewerbern gewährleistet werden soll, bleibt also nach wie vor offen. Den Standort von Asylbewerberheimen geheim zu halten, wie dies im nordschwedischen Umeå angedacht ist, sei jedenfalls "keine Lösung", so Fredrik Bengtsson von der Einwanderungsbehörde. Die einschlägigen Informationen verbreiteten sich ohnehin sehr schnell.

Regierungschef: Nicht das Schweden, das wir kennen

In einer schriftlichen Stellungnahme kommentierte Ministerpräsident Stefan Löfven die Brandanschläge der vergangenen Tage. Die Entwicklung sei „außerordentlich beunruhigend“, so Löfven. Dies sei „nicht das Schweden, das wir kennen“.

Anne Rentzsch / Michael Harmann

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