Schulattentat in Trollhättan

Tote und Verletzte bei Schulattentat in Trollhättan

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Bei einem Attentat auf eine Schule in Trollhättan sind ein Schüler und ein Lehrer der betroffenen Kronan-Schule getötet und mehrere Menschen verletzt worden. Wie die Polizei am Nachmittag mitteilte, ist mittlerweile auch der Täter seinen Verletzungen erlegen.

Kurz nach 16 Uhr bestätigte die Polizei auf einer Pressekonferenz den Tod des Täters. Es handele sich nicht um einen Schüler der Kronan-Gesamtschule. Bei der Durchsuchung der Wohnung des Täters habe man "Dinge gefunden, die interessant für die Ermittlungen" seien, weitere Angaben zur Identität des Täters oder möglichen Motiven wolle man aber noch nicht machen, so die Polizei am Nachmittag. 40 bis 50 Polizisten verhören derzeit Schüler und Lehrer der Schule.

Schwere Verletzungen

Der Täter hatte am Donnerstagvormittag gegen 10 Uhr mit Stichwaffen mindestens vier Personen  schwer verletzt. Ein 11- und ein 15-Jähriger sowie ein Lehrer wurden ins Krankenhaus eingeliefert und dort wegen schweren inneren Verletzungen operiert. 

Gegen 14:30 hatte das Krankenhaus bekannt gegeben, dass das Leben eines  der Schüler nicht mehr zu retten war. Der getötete Lehrer war bereits vor Ort an der Schule seinen Verletzungen erlegen.  

Laut Polizeiangaben soll der Täter etwa 20 Jahre alt sein. Er soll maskiert, schwarz gekleidet und mit zwei Stichwaffen, darunter auch ein Schwert, bewaffnet gewesen sein.

Halloween-Verkleidung

Ein Augenzeuge, ein 14-jähriger Schüler, sagte im Schwedischen Fernsehen, dass die Schüler zunächst dachten, der Maskierte hätte sich für das anstehende Halloween-Fest verkleidet. „Schüler stellten sich neben ihn und wollten gemeinsame Bilder mit ihm machen. Als wir sahen, wie er auf den Lehrer einstach, sprangen wir ins Klassenzimmer und verbarrikadierten uns.“

Die Polizei hatte nach einem Notruf den Attentäter in der Schule gestellt und zwei Schüsse auf ihn abgegeben, von dem einer traf. Der Attentäter wurde schwerverletzt ins Krankenhaus gebracht und dort operiert.

Die schwedische Schulaufsichtsbehörde hatte im Mai dieses Jahres die Schule wegen mangelnder Unterrichtsruhe und Sicherheit besonders beobachtet. Die Lehrer würden sich nicht sicher dabei fühlen, die Schüler während der Pausen auf dem Schulhof zu lassen aufgrund zu geringer Aufsichtsmöglichkeiten, der Lage des Schulgeländes und den allgemeinen Zugangsmöglichkeiten zum Schulgebäude, so die Kritik. Die Schule liege in einem segregierten Stadtteil mit hohem Migrantenanteil, viele Schüler erhielten nicht die notwendige Unterstützung im Unterricht, so der Bericht der Behörde.

Medien in aller Welt berichteten am Donnerstag über das Schulattentat von Trollhättan. Schweden war bislang von Schulmassakern wie in Finnland, Deutschland oder den USA verschont geblieben. Allerdings waren in der Vergangenheit mehrere Drohungen gegen Schulen gerichtet worden. Der Kriminologe Jerzy Sarnecki hatte mehrfach darauf hingewiesen, dass es in Anbetracht „der Flut an Drohungen gegen Schulen“ nur eine Frage der Zeit sei, bis auch in Schweden ein derartiger Amoklauf stattfinden würde. So Sarnecki gegenüber der Nachrichtenagentur TT.

Die Kronan-Schule wird am Freitag geschlossen, Personal werde aber am Platz sein, um eventuell Kinder in Empfang zu nehmen, teilten verantwortliche Kommunalpolitiker mit. Man hoffe, alternative Unterbringungsmöglichkeiten zu finden.

Schwarzer Tag

Ministerpräsident Stefan Löfven sprach von einem ”schwarzen Tag für Schweden". "Ich denke an die Opfer und ihre Familien, Schüler und Schulpersonal und die gesamte betroffene Gesellschaft", so Löfven in einem schriftlichen Kommentar auf der Website der Regierung. Die Betroffenen würden "alle erdenkliche Unterstützung erhalten". Der Regierungschef kündigte an, am Nachmittag nach Trollhättan zu reisen. 

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